Die Schweden-Hochzeit in der nächsten Woche wird „sauber“ bleiben – jedenfalls sauber von Werbung deutscher Markenartikelfirmen. Unverrichteter Dinge mußte die Münchener Firma Atlas-Werbung ihren Auftrag an die schwedische Agentur Picture and Sound Promotion zurückgeben. Deutsche Unternehmen mochten nicht bei der Fernsehübertragung von der Hochzeit des Schwedenkönigs, Carl XVI. Gustaf, mit der Bundesbürgerin Silvia Sommerlath als „Schleichwerber“ dabeisein.

Das Ansinnen der Skandinavier hatte nicht nur bei heimischen Firmen, sondern vor allem auch bei den Werbeverbänden helle Empörung hervorgerufen. Dieter Schweikhardt, Sprecher der die 50 größten deutschen Agenturen vereinigende „Gesellschaft Werbeagenturen“: „Das wäre eine weitere ohnehin in dieser Richtung belastete Emotionalisierung der öffentlichen Diskussion um Werbung.“

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Die Dresdner Bank wird noch die Größte. Vor wenigen Tagen hat das Management den Frankfurter Behörden unter Auflagen die Genehmigung abgerungen, die in Bau befindliche neue Hauptverwaltung von 25 auf 32 Stockwerke aufzutürmen. Damit wird der bisherige Höhenrekord der Bank für Gemeinwirtschaft – 142 Meter – klar geschlagen.

Ganz nebenbei ist in diesem Zusammenhang noch von einer kapitalistischgewerkschaftlichen Allianz zu berichten: In fünf Stockwerken des neuen Gebäudes wird auch die Zentrale der IG Bau, Steine, Erden Platz finden.

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„Mindestens 170 Millionen Mark Umsatz“ soll dieses Jahr Deutschlands fünftgrößte Werbeagentur, die Frankfurter Young & Rubicam machen. Das wäre immerhin ein Plus von etwa zehn Prozent gegenüber 1975. Und so ist denn der anstehende Wechsel an der Führungsspitze von Y & R nicht als Resignation des scheidenden Bosses, John Destier, zu werten, sondern „als Politik des Hauses“ (Destler). In der Tat, der New Yorker Werbemann ist an den Umzug gewohnt. In den letzten elf Jahren war er nacheinander Geschäftsführer von Young & Rubicam-Dependancen in Brüssel, Wien, Madrid und Frankfurt. Destler: „Ich war überall im Schnitt nie länger als zweieinhalb Jahre.“