Obwohl sich die Japaner, um die es dabei vor allem ging, zu einem freiwilligen Selbstbeschränkungsabkommen durchgerungen haben, hat Washington seit Anfang der Woche die Einfuhren von Edel- und Spezialstahl für drei Jahre kontingentiert. Japan, die Europäische Gemeinschaft, Schweden, Kanada und eine Reihe kleiner Lieferländer dürfen nach dem neuen amerikanischen Importquotensystem künftig zusammen jährlich nur noch rund 133 000 Tonnen Werkzeug- und rostfreien Stahl nach den USA exportieren.

Daß Washington angesichts der Unterbeschäftigung der heimischen Spezialstahlhersteller und der hohen Arbeitslosenquote in diesem Industriezweig zu einer solchen Schutzmaßnahme griff, ist innenpolitisch, zumal in einem Wahljahr, verständlich. Und daß Washington die jährlichen Gesamtimportquoten nach den Einfuhren von 1975 bemessen hat, macht die Abschottung für die betroffenen Lieferländer gerade noch erträglich.

Trotzdem ist die neue Importkontrolle ein rechtes Ärgernis: Sie läuft nicht nur den Gatt-Regeln glatt zuwider. Sie paßt auch ganz und gar nicht in das Kredo vom freien Welthandel, das gerade auch die amerikanische Exportindustrie immer und überall verkündet. X. S.