Esso: In der Flaute

In ihrem 85. Lebensjahr mußte die Deutsche Esso AG ihr schlechtestes Ergebnis präsentieren. An jeder Tonne Mineralöl verlor sie rund 20 Mark. Der Verlust im Ölgeschäft summierte sich auf 376 Millionen Mark. Daß sie im Gesamtergebnis die Verlustrampe mit einem mageren Gewinn von 29 Millionen Mark, nach 371 Millionen im vergangenen Geschäftsjahr, noch überspringen konnte, verdankt sie insbesondere ihrer 50prozentigen Beteiligung an dem Öl- und Gasproduzenten Brigitta und Elwerath, deren andere Hälfte bei der Deutschen Shell liegt.

Deutsche Shell: Besorgniserregend

„Das war wirklich besorgniserregend“, gestand Unternehmenschef Johannes C. Welbergen. Erstmals seit 1966 mußte die Deutsche Shell einen Verlust hinnehmen. Er konnte nur durch Auflösung von Rücklagen ausgeglichen werden, so daß unterm Strich ein Bilanzgewinn von 100,1 Millionen Mark, nach 156,1 Millionen im Vorjahr, verbleibt. Pro Tonne belief sich der Verlust auf zehn Mark. Allerdings scheint das schwere Jahr jetzt zu Ende zu gehen. Welbergen hofft, für dieses Jahr mit attraktiveren Zahlen aufwarten zu können. In allen Sparten verlaufe es „bedeutend günstiger“ als 1975. Wie sein Vorstandskollege Oehme von der Esso glaubt auch Welbergen, daß der Verbraucher das ganze Ausmaß der gestiegenen Rohölpreise noch nicht zu spüren bekam.

Daimler: Glänzendes Jahr

Es wundert nun eigentlich schon niemanden mehr: Auch in schwierigen Auto-Jahren zeigt das Bilanz-Bild von Daimler-Benz keinerlei Kratzspuren. So war es 1974, so war es wieder 1975. Trotz eines mächtigen Umsatzsprungs von 17 auf 21 Milliarden Mark (Welt-Konzern) blieb die ausgewiesene Umsatzrendite des mittlerweile größten europäischen Auto-Herstellers mit 1,8 (1974: 1,9) Prozent fast gleich. Doch das ist nur die Oberfläche. Der Jahresüberschuß von 310 Millionen Mark hätte noch um 230 Millionen stattlicher ausfallen können, hätten nicht Daimlers Finanzstrategen inflationäre „Scheingewinne“ (entstehend durch das Verbot der Abschreibung zu Wiederbeschaffungskosten) in dieser Höhe ausgemacht und sie, statt sie unterm Strich auszuweisen, in Aufwands- und Rückstellungspositionen untergebracht. Anders ausgedrückt: Würde Daimler diese Gewinne ausschütten, wäre eine Dividende von 35 Prozent möglich. So sind’s siebzehn.

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