„...Mauricette saß vor dem riesigen Strauß mit duftenden Freesien und besah immer wieder die acht Platten mit den Beethoven-Symphonien. Vor ihr, in einem wunderschönen silbernen Rahmen – sie hatte ihn bei einem Antiquitätenhändler in Gstaad entdeckt – stand Altstettens Bild mit der Widmung „Der entzückenden kleinen Forelle von Rougemont, in Dankbarkeit für einen bezaubernden Nachmittag. Wolf Altstetten.“ Ihre Freundinnen kamen der Reihe nach in ihr Zimmer. ... „Wie küßt er? Er ist ja schrecklich alt.“ – „Ihr versteht gar nichts. Er hat mich überhaupt nicht geküßt. Er hat mich nicht einmal berührt. Er hat kaum beachtet, wie ich aussehe.“ – „Deinen Busen konnte er ja wohl nicht übersehen!“ – Sie lief in den Garten hinaus, Tränen des Zornes in den Augen. Sie erinnerte sich genau seiner begehrlichen Blicke, und sie gestand sich ein, daß sie es bedauerte, von ihm nicht angefaßt worden zu sein. Natürlich war er alt. Älter als ihr Vater sogar. Aber was machte das aus? Sie hatte nur einen Wunsch: daß er sie liebte und allen Frauen dieser Welt – oh, er konnte doch sicherlich alle haben, die es gab – vorzog. Sie beschloß, nach Gstaad zu fahren, um ihm wenigstens nahe zu sein, um zumindest sein Haus, seinen Tulpenbaum und seine Skier zu sehen...”

Der als Rundfunk- und Fernseh-Autor bekannte Schriftsteller Kurt Frischler hat ein Buch über einen Dirigenten (Karajan in Konkurrenz zu Bernstein) geschrieben, „Der Maestro“, vom Verlag angepriesen als „der große Roman über die Licht- und Schattenseiten der internationalen Musikszene“. (Molden Verlag, Wien/München, 1976: 382 S., 29,80 DM)