Die libanesische Grenze ist einen halben Kilometer entfernt, Zeitungsberichte sind daher ziemlich konkret. Kämpfe in Beirut, Kämpfe im Libanon. Kämpfe aber auch in Afrika. Spannungen zwischen und in anderen Ländern, vor allem in der Dritten Welt. Weitere Staaten liefern Waffen.

Die Spannungen nehmen zu, die Waffenlieferungen nehmen zu. Die Menschen werden nervös, und irgend jemand wird dann irgendwo Kernwaffen nicht nur kaufen, sondern auch einsetzen. Vielleicht, um sich zu verteidigen. Doch seine Atomwaffen werden andere nach sich ziehen, unsere Erde wird zerstört.

Das ist sehr vereinfacht ausgedrückt, doch ich glaube, nicht ganz unrealistisch. Ich habe mit anderen jungen Leuten gesprochen, und wir sind uns einig darin, daß man etwas tun muß. Jeder weiß, daß „man“ etwas tun muß. Doch wer fühlt sich verantwortlich? Was muß man tun? In unseren Gesprächen wurde eine Idee gefunden und weiterentwickelt, die ich hier zur Kritik stellen möchte.

Meine Freunde und ich haben auf folgender Grundlage angefangen zu überlegen: Man braucht etwas,

  • um die Macht eines Feindbilds zu brechen, um unmöglich zu machen, daß von den „bösen Russen“ geredet wird,
  • um das Verantwortungsbewußtsein des einzelnen zu stärken und ihm die Kraft zu geben, Befehle, die gegen seine eigentlichen Wünsche sind, nicht zu befolgen,
  • um die Ideologie vom Krieg als letztes Mittel in der politischen Wirklichkeit durch etwas Sinnvolleres zu ersetzen, daß man nicht Werte und Nationalgefühle einer Gruppe oder eines Staates als höchsten Wert ansieht und bereit ist, jedes Opfer dafür zu bringen.

Mir scheint, daß diese Ziele in unserer Erziehung nicht allzu erfolgreich vertreten werden. In unseren Gesprächen fanden wir, daß sie viel mehr betont werden müssen, doch nicht nur theoretisch, in irgendwelchen Richtlinien, sondern in folgendem praktischen Konzept:

Es sollen in allen Ländern, vorrangig vielleicht Ländern der Dritten Welt, „Friedenshöfe“ eingerichtet werden. Diese Friedenshöfe sollen von Jugendlichen aus aller Welt bewohnt und geleitet werden, statt Wehrdienst in einer Armee zu leisten; sie sollen dort Unterricht in der Landessprache und in bestimmten Berufsgruppen bekommen und mit zwei gleichrangigen Zielen leben: