Wer hat Angst vor der SEC? Selbst Daimler-Benz. Die Rigorosität und der unermeßliche Wissensdurst der amerikanischen Börsenaufsichts-Behörde Security and Exchange Commission ließen die Stuttgarter, die die Einführung ihrer Aktien auf ausländischem Börsenparkett vorbereiten, an die Wall Street erst gar nicht denken. Daimler-Chef Joachim Zahn: „Sprechen Sie mal mit Firmen, die das gemacht haben. Die wären froh, sie hätten’s nicht getan.“ Die Schweiz ist da bekanntlich liberaler: So wird man Daimler-Aktien demnächst auch an der Zürcher Börse kaufen können.

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Der Frankfurter Filiale der US-Werbeagentur Foote, Cone & Beiding (FCB) steht eine beachtliche Image-Aufwertung bevor. Eduard Grosse, seit 1974 als erster Deutscher an der Spitze einer amerikanischen Agentur und für das internationale Geschäft von FCB verantwortlich, wird im Oktober samt Mitarbeiterstab vom Hauptquartier Chicago nach Frankfurt übersiedeln. Hauptgrund für den Umzug: „Ein Großteil des internationalen Geschäfts“, so Norbert Barsch, Frankfurter FCB-Boß, „spielt sich in Europa ab.“ Die -Frankfurter aber werden in diesem Jahr erstmals der Londoner Filiale den Rang ablaufen und damit in Europa die größte FCB-Niederlassung sein.

Nach dem realen Umsatz- und Ertragsrückgang, den die Deutsche Unilever GmbH „nach vielen Jahren des Wachstums und der kontinuierlichen Aufwärtsbewegung“ im Geschäftsjahr 1975 erlitten hatte, kommt der Lebensmittel- und Konsumgüterkonzern (Produkte: Rama, Livio, Omo, Vim) jetzt wieder voran. „Der Trenc nach oben hält an“, sagt Carl-Arend Weingardt, Unilever-Chef in Hamburg, „sowohl beim Umsatz wie beim Ertrag.“

Das Jahresziel des deutschen Unilever-Managements sind sieben Milliarden Mark Umsatz (nach knapp 6,5 Milliarden im Vorjahr) bei drei bis vier Prozent Umsatzrendite. Noch bessere Nachricht kommt aus dem Hauptquartier der multinationalen Unilever-Gruppe in Rotterdam: Der konsolidierte Konzern-Reingewinn betrug im ersten Quartal 275 Millionen Gulden. Steigerungsrate gegenüber dem ersten Vierteljahr 1975: plus 351 Prozent.

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SPD-Politiker Philip Rosenthal ist mit den Erfolgen der von ihm geleiteten Rosenthal AG in Selb (Umsatz: 347 Millionen Mark) im letzten Jahr zufrieden. Eine der zwei „Bestleistungen des Managements“ (Rosenthal) sei die Anpassung an die geschrumpften Aufträge in der technischen Keramik, die andere der von achtzehn auf neunzehn Prozent verbesserte Marktanteil bei Haushaltsporzellan. Rosenthal über das oberfränkische Unternehmen: „Rosenthal ist heute dank der (bisher nicht sehr ertragreichen) Diversifikation genausowenig eine Porzellanfabrik wie Bayern ein Agrarland.“