Sollen wir mit Fingern auf die Eidgenossen zeigen? Sie haben es am letzten Sonntag in einem Referendum abgelehnt, daß ihre Regierung der International Development Association (IDA), einer Tochter der Weltbank, 200 Millionen Franken leiht. Die IDA gewährt Entwicklungskredite zu weichen Bedingungen an die Ärmsten der Armen. Beide Häuser des Parlaments hatten schon zugestimmt, aber Volkes Stimme war dagegen.

Man findet viele Erklärungen dafür. Nur 34 Prozent der Wahlberechtigten haben an dem Referendum teilgenommen. Nationalistischen Gruppen, die auf die schwierige Lage in den Gebirgskantonen hingewiesen haben, erzwangen schließlich das Referendum, als sie von oppositionellen Linksgruppen Schützenhilfe erzielten, die behaupteten, die Politik der Weltbank diene nur ausländischen Kapitalinteressen.

Das alles soll man zur Kenntnis nehmen. Erklären kann man das Abstimmungsergebnis damit nicht. Dahinter wird deutlich, wie unpopulär die Entwicklungshilfe in den reichen Ländern ist. Gäbe es bei uns Volksabstimmungen, das Ergebnis wäre nicht viel anders. Die Politiker müssen hier viel Aufklärungsarbeit leisten. R. H.