Plakate Anzeigen, Kugelschreiber

Zum erstenmal muß Conrad Ahlers, seit 1972 Bundestagsabgeordneter der SPD für den Wahlkreis Bad Kreuznach, ohne Platzvorteil kämpfen. Als er sich vor vier Jahren den Wählern stellte, hatte er noch den Apparat des Bundespresseamtes, dessen Chef Ahlers damals war, hilfreich zur Seite. Diesmal muß er sich aufs eigene Tun beschränken und dafür auch in die eigene Tasche greifen. Mit dem, was die Partei ihm zuteilt, kommt er nicht aus. Vorerst kann Ahlers seine Ausgaben bis zur Wahl am 3. Oktober nur über den Daumen peilen: „30 000 Mark als unterste Grenze.“

Gegen den SPD-Kandidaten, der 1972 mit 16 000 Stimmen Vorsprung den Wahlkreis seines Vorgängers Alfred Dröscher („Der gute Mensch von Kirn“) sicher gehalten hat, treten ernstzunehmende Gegner an. Der eine hat Geld, der andere Regierungsgewalt.

Die FDP schickt ihren Wirtschaftsminister und Parteivize Hans Friderichs ins Rennen. Er kann Amt und Image eines Regierungsmitglieds in die Waagschale werfen. Mit viel Geld kann er allerdings nicht klotzen. Das Fehlen flüssiger Mittel ist bei den Liberalen seit langem chronisch.

Bei Elmar Pieroth ist das anders. Der CDU-Kandidat, Weinhändler von der Pfalz, ist gut betucht. Und er tut auch einiges für die Partei: Seit 1969 kann er einen permanenten Stimmenzuwachs verbuchen. 1972 bekam er 7200 Erststimmen mehr als an Zweitstimmen auf die Partei entfielen. Das war das beste persönliche Ergebnis eines Unions-Kandidaten; selbst Franz Josef Strauß kam da nicht heran.

In den Bundestag kamen Pieroth wie Friderichs über die Landeslisten ihrer Parteien;

Zur Überraschung seiner Konkurrenten hat der FDP-Kandidat den Wahlkampf im Wahlkreis 152 schon im Januar eröffnet. Auf hautnahen Kontakt zum Wähler bedacht, ging Friderichs auf Tournee durch 237 Gemeinden. In Straßendiskussionen empfahl er sich zur Wahl.