Ein Vorort Bergens trägt den schönen Namen „Paradies“. Das Postamt des Paradieses darf einen eigenen Poststempel benutzen, weshalb denn auch viele Touristen eigens deswegen ihre Urlaubsgrüße von dort nach Hause senden.

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Als Garten Eden könnte man die ganze Stadt und ihre Lage bezeichnen, eine Szenerie von außerordentlicher Schönheit, um einen der unzähligen Fjorde herum gelagert, umschlossen von einem Rundbogenhorizont von sieben bewaldeten Bergen, vom lieben Gott in uneingeschränkt guter Laune erschaffen.

Der Wohlstand der über 200 000 Einwohner zählenden Stadt beruht auf dem Reichtum an Holz und Fisch, auf Schiffsbau und Schiffahrt. Die Silhouette der Altstadt unten am Hafen ist geprägt von Holz und von vielen Farben.

In Bergen wird Selbstbewußtsein gepflegt und Stolz auf die Stadt (was sind schon Oslo, Trondheim und Stavanger dagegen, sagen die Bergener). Beides wird mit wohltuendem Understatement vorgezeigt, mit dem Format von Leuten, die nicht unbedingt angeben müssen.

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Festivals sind Mustermessen, die sich im allgemeinen ziemlich gleichen. Die Manager betätigen sich als Auslagen-Arrangeure, bestrebt, ein breites künstlerisches Spektrum zu zeigen. Zum einen sollen die eigenen Erzeugnisse in möglichst helles Licht gerückt werden. Zum anderen möchte man natürlich so viele berühmte Namen wie möglich ins Programm schleusen. Hat man einen Hit, das heißt einen Schutzpatron, erleichtert das die Werbung ungemein.