Familienunternehmer Herbert Quandt will seinen Varta-Konzern dreiteilen Mit der Aufspaltung wird gegebenenfalls ein Teilverkauf erleichtert.

An keinem anderen deutschen Konzern wurde in den vergangenen Jahren so viel herumgebaut wie am Firmenkonglomerat der beiden Familienstämme Quandt. Jetzt beginnt eine neue Phase der immerwährenden konzerninternen Umstrukturierung: Die Varta-Gruppe soll in drei voneinander unabhängige Unternehmen aufgespalten werden.

Beobachter vermuten, daß die neue Konstruktion es dem gerade 66 Jahre alt gewordenen Konzernchef Herbert Quandt gegebenenfalls erleichtern soll, sich von einem Teil der bisherigen Varta-Unternehmen zu trennen – etwa um für eine Erbteilung vorzusorgen oder um mehr Geld für die Expansion seines Lieblingskinds BMW freizubekommen.

Nach der großen „Milliarden-Scheidung“ zwischen dem Familienstamm Herbert Quandts und des Erben seines verstorbenen Bruders Harald im September 1973 besitzt Herbert (sechs Kinder) alle Quandt-Anteile an der Varta-Gruppe (gut 60 Prozent) und an der Bayerische Motorenwerke in München (inzwischen rund 70 Prozent). Dagegen ging damals der größte Teil der knapp fünfzehn Prozent der Daimler-Benz-Aktien in Quandt Hand in den Besitz der Harald-Quandt-Witwe Inge und ihrer fünf Töchter über. – Ende November 1974 verkaufte dann Herbert seinen restlichen Daimler-Anteil von noch rund drei Prozent an Kuwait. Und auch seine Schwägerin Inge trennte sich – bis auf weniger als ein Prozent – zugunsten des Scheichtums von ihrem Daimler-Paket (über zehn Prozent).

Bei der Industrie-Werke Karlsruhe Augsburg AG (IWKA) hielten beide Stämme zunächst noch jeweils knapp 40 Prozent. Seit der wegen hoher Verluste im vergangenen Herbst neuerlich notwendigen Sanierung der IWKA (Umsatz der Inlandgruppe: 585 Millionen Mark) besitzt Herbert Quandt allein über 60 Prozent, während der Harald-Clan seinen Anteil auf ein Fünftel vermindert hat.

Die Varta-Gruppe, die im vorigen Jahr zusammen rund 1,9 Milliarden Mark umsetzte, soll nun in die drei Sparten Varta-Batterie AG (Umsatz: rund 1,1 Milliarden Mark), Busch-Jaeger-Gesellschaft für Industriebeteiligungen AG (Umsatz: knapp 600 Millionen) und die Ceag DominiAG (210 Millionen Mark) gesplittet werden. Wertvollster Besitz Herberts ist sein Anteil an BMW (Börsenwert: 3,6 Milliarden Mark), den man auf eine Milliarde Mark taxiert. bo