Üder enttäuschte Urlauber wird oft berichtet. Zumeist sind miese Hotels und schlechter Service der Grund für unbefriedigende Ferienerlebnisse, doch nicht selten entstehen Frustrationen ganz einfach durch falsche Voraussetzungen, falsche Vorstellungen.

Viele haben sich vor Antritt ihrer Reise nicht richtig informiert und sind dann enttäuscht, nicht das vorzufinden, was sie erwartet haben. Die Reiseveranstalter wollen ermittelt haben: „Die meisten Reklamationen, die uns ins Haus flattern, kommen von Leuten, die sich das falsche Urlaubsziel ausgewählt haben!“

Daß es dazu kommen kann, liegt allerdings zum Teil auch an den Touristikunternehmen selber. Wer kann sich in dem Katalog-Wirrwarr denn wirklich zurechtfinden und am Ende seines Studiums sicher sein, genau das passende Urlaubsziel entdeckt zu haben?

Hier liegt wohl auch die Erklärung dafür, daß viele, vor allem ältere, Reisende sich davor scheuen, nach neuen Ferienorten Ausschau zu halten. Ihr Argument lautet: „Wir fahren nun schon seit zwölf Jahren hierher. Da wissen wir wenigstens, was uns erwartet!“

Risikofreudigen Urlaubern, Globetrottern und Weltenbummlern, die sich jedes Jahr nach neuen Zielen sehnen, sei deshalb empfohlen: Beschaffen Sie sich alle nur erdenklichen Informationen, die Ihnen helfen können, den Urlaub nicht zur „programmierten Pleite“ werden zu lassen.

Das gilt vor allem bei Auslandsreisen. Theoretisch müßten hier die Frankfurter einen Informationsvorsprung vor den übrigen Bundesbürgern haben: In der Hessenmetropole haben sich nämlich die meisten der mehr als 50 ausländischen Touristikbüros in Deutschland etabliert. Sie nennen sich Fremdenverkehrszentrale, Touristikamt, Verkehrsbüro oder schlicht – und deutlicher – Fremdenverkehrswerbung.

So verschieden die offiziellen Bezeichnungen auch sein mögen, ihre Aufgabe ist die gleiche: Sie haben dafür zu sorgen, daß möglichst viele deutsche Urlauber in das von ihnen vertretene Land reisen. Das tun sie aber nur bedingt durch direkte Ansprache des Konsumenten – und daher ist der Informationsvorsprung der Frankfurter auch nur scheinbar. Vielmehr versuchen sie, das Touristikgeschäft durch Kontakte zu Veranstaltern, Reisebüros, Firmen und zur Presse anzukurbeln. Am Ende des Jahres zählt schließlich nur die Gesamtzahl der eingereisten Touristen. „Da bleibt für den einzelnen Kunden nicht mehr viel Zeit übrig“, stöhnt die Angestellte eines ausländischen Fremdenverkehrsbüros, die ihre ganze Arbeit darauf konzentriert, ein großes Reiseunternehmen „endlich davon zu überzeugen, daß unser Land in den Katalog rein muß!“.