Der Aufstieg von Pepsi verlief längst nicht so gradlinig. Das Rezept wurde auch von einem Apotheker entwickelt: Von Caleb D. Bradham in New Bern, Nord-Karolina, 1898. Zunächst schenkte er sein neues Getränk im eigenen Drugstore aus. 1902 ließ Bradham seine Marke Pepsi-Cola registrieren und gründete die Pepsi-Cola-Company, weil er selbst das große Geld machen wollte. Auch er fand schnell heraus, daß nur eine Abfüllung in Flaschen gleichbleibende Qualität und weitere Verbreitung bringen konnte. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges freilich endet auch Bradhams Erfolgsstory. Der Zuckerpreis war in schwindelerregende Höhen gestiegen und dann plötzlich zusammengebrochen. Bradham war finanziell am Ende, 1922 machte sein Unternehmen Konkurs. 1931 ging die Firma, die in Richmond neuorganisiert worden war, erneut pleite.

Erst die Süßwarenfirma Loft Inc., die 1931 die Marke Pepsi übernahm und eine neue Pepsi-Cola Company in New York gründete, brachte die Wende. Zwar war der Absatz zunächst schleppend, doch das Unternehmen konnte sich über Wasser halten. Schließlich versuchte man es mit niedrigen Preisen – in der Zeit der Weltwirtschaftskrise das richtige Rezept. Allerdings war Pepsi damit auch für lange Zeit als Billigprodukt abgestempelt.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gelang Pepsi der große internationale Durchbruch. Seit 1946 gibt es auch in Deutschland eine Abfüllanlage. Letztes Jahr setzte Pepsi in Offenburg 300 Millionen Mark um.

Besonders Donald Kendall, seit 1963 Pepsi-Präsident, hat das Unternehmen geprägt. Um die völlige Abhängigkeit vom Cola-Geschäft zu mildern, ließ er zunächst neue Getränke für das Ein-Produkt-Unternehmen entwickeln: das kalorienarme Pepsi-Leicht, die Limonaden Miranda, Montain Dew, Teem und Schwip Schwap. 1965 übernahm Kendall den Snacks-Hersteller Frito-Lay, der verschiedene Sorten Chips produziert. Ein Jahr später kaufte Kendall eine Personen- und Lastwagen-Leasing-Gesellschaft, die auch Fertighäuser transportiert. Seit 1970 gehört auch die Wilson Sporting Goods Co. zum Pepsi-Reich, die Tennis- und Golfschläger sowie Bälle für. Baseball und das amerikanische Football produziert. Nur noch gut die Hälfte des Umsatzes wird mit alkoholfreien Getränken gemacht.

Für das Geschäft mit der Sowjetunion gründete Kendall sogar eine neue Tochtergesellschaft. Sein Einmarsch ins Russenreich nämlich konnte nur gelingen, wenn er im Gegenzug russischen Wodka und Krimsekt nach Amerika brachte. So wurde flugs die Monsieur Henri Wines Ltd. gegründet, die auch Weine aus Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien und sogar aus England und Japan importiert.

Doch nicht nur das Gegengeschäft soll dem Pepsi-Präsidenten den Weg in die Sowjetunion geöffnet haben. Seine Freundschaft mit dem damaligen US-Präsidenten Richard Nixon – ein Porträt mit persönlicher Widmung hängt noch heute im Kendall-Office – erleichterte das Gespräch mit Moskau.

Seither ist das Verhältnis zwischen Pepsi und Coke noch eisiger geworden. Zumal es ein Coca-Cola-Grundsatz war, die hohe Politik aus dem Hause zu halten – bislang jedenfalls. Denn kürzlich bat Coca-Cola-Präsident Paul Austin zusammen mit anderen Industriellen den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Jimmy Carter, zu einem gemeinsamen Mittagessen in New York.

Pepsi hat in den letzten Jahren beträchtlich an Selbstbewußtsein gewonnen. In früheren Jahren war Besuchern des Pepsi-Hauptquartiers im New Yorker Vorort Purchase aufgefallen, daß niemals der Name des Wettbewerbers genannt noch frühere Coca-Cola-Führungkräfte von Pepsi angeheuert wurden. „Nun“, so registrierte die New York Times, „nennen sogar Pepsi-Offizielle den Namen ihres protzigen Konkurrenten.“