Von Günter Haaf

Die Kraft ist da in Überfülle, und auch an Ideen mangelt es nicht, sie auszunutzen. Mehr als ein halbes Dutzend prinzipielle Methoden und eine Legion an Solarkollektoren stehen bereit, Sonnenschein zum Nutzen der Menschheit in Strom und Wärme umzuwandeln.

Keiner dieser vielen Ideen gelang es jedoch bis heute, die hohen wirtschaftlichen Hürden zu überwinden. Sonnen-E-Werke und Sonnenheiheizungen können Kraft bislang nur zu nicht konkurrenzfähigen Preisen liefern. Einzig simple Kollektoren zur Warmwasserproduktion, hergestellt aus geschwärzten Heizungsplatten, scheinen sich in sonnigen Südregionen nun durchzusetzen.

Es gibt freilich immer noch neue Wege, auf denen sich die ökonomischen Hindernisse überwinden – oder unterlaufen – lassen. So wächst neuerdings wieder Hoffnung in einem Gebiet der Sonnenenergienutzung, das als gleichermaßen elegant, exotisch und unwirtschaftlich für irdische Anwendungszwecke gilt: die Direktumwandlung von Sonnenlicht in Elektrizität mit Hilfe des photovoltaischen Effekts in Solarzellen.

Um die Solarzellen, die im All so erfolgreich Satelliten mit Strom versorgen, künftig auch hier unten auf der Erde als ernstzunehmende Energielieferanten verwenden zu können, hat die amerikanische Energieforschungs- und Entwicklungsbehörde ERDA ein sogenanntes "Nationales photovoltaisches Programm" ins Leben gerufen. Innerhalb des laufenden 116-Millionen-Dollar-Budgets für Sonnenenergie will die ERDA in diesem Jahr ungefähr 33 Millionen Dollar für Solarzellenforschung ausgeben – gut zehn Millionen mehr als letztes Jahr.

Die Stoßrichtung für das Solarzellenprogramm beschrieb Morton B. Prince der Leiter der ERDA-Abteilung für photovoltaische Forschung, unlängst bei einem Symposium in Washington.

Weniger der Wirkungsgrad der Solarzellen – jener Bruchteil der Sonnenenergie, der in Strom umgewandelt wird – ist demnach die Hauptsorge der Forscher. Genau 22 Jahre nach der Einführung der Solarzellen in die Energiedebatte wandeln die gebräuchlichsten Zellen aus Siliziumkristallen heute bis zu fünfzehn Prozent des einfallenden Lichtes in Strom um; ein Wirkungsgrad von etwa zwanzig Prozent erscheint theoretisch erreichbar.