Von einer ziemlich prosaischen Betrachtung der amerikanischen Investitionen in Europa ausgehend, entdeckt man ein zerfallendes Wirtschaftsgebilde – nämlich das unsrige. Politische und geistige Strukturen, die dem Druck von außen weichen; den Beginn einer geschichtlichen Bankrotterklärung. Unserer Bankrotterklärung ...

Auf der Suche nach dem Warum gelangt man zum Wesentlichen: der Krieg – man kann in der Tat dieses Wort anwenden – wird nicht mit Dollar, Öl und Stahl ausgefochten, nicht einmal mit modernen Maschinen, sondern mit ganz anderen Waffen: mit der schöpferischen Phantasie und dem organisatorischen Genie...

Vielleicht kommt einmal der Tag, an dem uns nichts anderes mehr übrig bleibt, als zuzusehen, wie Europa, die Wiege der Zivilisation, verschlungen wird. Dieser Tag ist jedoch noch nicht gekommen. Noch ist Zeit zum Handeln.

Wie soll man handeln? Gegen was gilt es zu kämpfen? Der Mangel an Initiative in Europa ist nicht so bedrohlich wie die allgemeine Ziellosigkeit.

Denn die General Motors sind nicht die Wehrmacht, Bull ist nicht München und das Concorde-Projekt nicht Sedan. Wir haben es zum erstenmal mit einem Krieg ohne Waffen und Rüstungsmaterial zu tun. Gäbe es heute einen neuen André Malraux, so würde er die Herzen einer ganzen Generation nicht mehr durch den heldenhaften Kampf um Terruel erschüttern, sondern durch den sagenhaften Kampf um die Eroberung der Metallurgie des Titanstahls oder durch das gewaltige Ringen um die Beherrschung der Kenntnisse der "Integrierten Schaltkreise".

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Die amerikanische Industrie kann ihre Geschäfte in Europa auf Grund ihres kolossalen Reichtums mit sehr viel mehr Gewandheit und Schnelligkeit abwickeln als ihre europäische Konkurrenz. Heute ist diese Wendigkeit mehr noch als der Reichtum ihre Hauptwaffe.