Sie haben es nicht anders gewollt, die einst für Irlands Unabhängigkeit kämpfenden Republikaner, die immer noch beide Teile der Insel in die Wiedervereinigung bomben möchten, dafür aber plötzlich keinen Rückhalt mehr finden. Südirland will nicht länger Schlupfwinkel und Aufmarschbasis der IRA gegen den Norden sein. Mit dem Notstandsartikel der Verfassung soll der Polizei, der Armee und der Justiz die Möglichkeit gegeben werden, die Untergrundbewegung auszuheben.

Vor sechs Jahren zeigte die Dubliner Regierung die Briten noch wegen unmenschlicher Behandlung von IRA-Internierten an. Jetzt nimmt sie selbst den Vorwurf in Kauf, die Menschenrechtskonventionen zu brechen. Nach der Herrema-Entführung, nach schamlos dreisten Bankräubereien und der Ermordung des britischen Botschafters hat die Republik keine andere Wahl. Und Brandbomben am Vorabend der Sondersitzung des Dubliner Parlaments kommen fast wie bestellt, um den Abgeordneten die Furcht zu nehmen, sie lüden sich den Polizeistaat auf den Hals.

Irland mit der IRA ist ein Gewaltstaat, und erst ohne sie kann wieder. Unabhängigkeit einziehen. Das gilt auch für den Norden. Nur müssen sich dort die hoffnungslos zerstrittenen Regionalpolitiker von einer spontanen, klug taktierenden Frauenbewegung mit wachsendem Zustrom aus allen Lagern sagen lassen, wie überholt die konfessionellen Fronten sind, die angeblich keine gemeinsame Regierungsbildung in Belfast erlauben. K.-H. W.