Die neue Rangliste der Umsatzmilliardäre ist fertiggestellt, mit den aktuellen Geschäftsdaten des abgelaufenen Jahres für die hundert größten deutschen Industrieunternehmen. Ihr Umsatzvolumen umfaßt mit 460 Milliarden Mark rund zwei Drittel des gesamten deutschen Industrieumsatzes, der nach neuesten Angaben im vergangenen Geschäftsjahr etwa 734Milliarden Mark betrug. Sie beschäftigten im Jahresdurchschnitt rund 3 637 096 Arbeitnehmer. Das sind 14 Prozent aller Erwerbstätigen in der-Bundesrepublik (1975 : 25,3 Millionen).

Der gesamte Jahresüberschuß (vor Einstellungen in Rücklagen) beläuft sich auf 5,3 Milliarden Mark. Damit haben die 100 größten Industriefirmen in der Bundesrepublik nach groben Schätzungen in dem jetzt abgelaufenen Geschäftsjahr die Hälfte weniger verdient als im Jahr zuvor.

Veränderungen in der Rangfolge fanden zum größten Teil auf den hinteren Plätzen statt. Bei den Umsatzführern ragen lediglich die Automobilwerke hervor. Der Nachfrageboom sorgte für Überraschungen. So kam Daimler-Benz mit einem Umsatzplus von 24 Prozent vom achten auf den vierten Platz. Ford kämpfte derweil mit Opel um den 21. Platz.

Noch interessanter ist ein Vergleich mit den ZEIT-Tabellen früherer Jahre. Hier fällt der tiefgreifende Strukturwandel ins Auge. Führte bis 1958 Krupp kontinuierlich (zuletzt mit 3,3 Milliarden Mark) die Tabellenspitze an, verdrängten später die Chemie- und Energieunternehmen die Schwer- und Montanindustrie aus der Führungsposition. Unter konjunkturellen Schwächeanfällen leiden aber auch die Neulinge. Konnte beispielsweise Texaco 1974 noch 54 Prozent im Umsatz zulegen, Mobil Gil 49 Prozent und Esso 34 Prozent, hatten sie im vergangenen Geschäftsjahr Mühe, ihre Positionen zu behaupten.

Bei Vergleichen mit, Umsatztabellen, anderer Publikationen fallen immer wieder Abweichungen auf. Sie liegen in der unterschiedlichen Definition des Umsatzes. In unserer Tabelle ist das Geschäftsvolumen des Inlandskonzerns enthalten. Darin befinden sich alle inländischen Tochtergesellschaften, an denen das Stammhaus mit mehr als 50 Prozent beteiligt ist (abzüglich der Mehrwertsteuer). Außerdem ist. der gesamte "Staatsanteil" am Umsatz entfernt: Mineralöl-, Bier- und Tabaksteuern sind nicht in den Daten enthalten, um einen exakteren Vergleich mit den Umsätzen anderer Firmen zu ermöglichen.

Haben die Unternehmen auf Grund erheblicher Beteiligungen im Ausland selbst eine "Weltbilanz" aufgestellt, wurde sie in die Tabelle genommen, da sie ein realistischeres Bild gibt als der reine Inlandskonzern. jfr.