• Herr Breit, Ihre Gewerkschaft fordert für die Post ein Monopol für den Versand von Paketen bis zu zehn Kilo Gewicht, um damit die in letzter Zeit entstandene private Konkurrenz in diesem Bereich auszuschalten. Wie begründen Sie diese Forderung?

Breit: Die neu aufgetretenen Konkurrenten scheinen eine erhebliche wirtschaftliche Potenz hinter sich zu haben und ein Konzept extrem verwirklichen zu wollen, das die Erhaltung des Paketdienstes bei der Post in seiner Gesamtheit ernsthaft in Frage stellen kann.

  • Worin besteht denn konkret die Gefahr?

Breit: Die Gefahr liegt darin, daß sich diese Konkurrenten, die nach erwerbswirtschaftlichen Gesichtspunkten arbeiten, die Rosinen aus dem Kuchen herausholen. Sie werden die Paketsendungen an sich ziehen, die in großen Mengen, in verhältnismäßig einfachen Verkehrsbeziehungen und infolgedessen kostengünstig und mit guten Gewinnaussichten befördert werden können. Dagegen werden sie die Sendungen, die als Einzelstücke von Dorf zu Dorf oder von einer Nordseeinsel bis ins oberbayerische Bergdorf befördert werden sollen, nicht übernehmen.

  • Das mag sein, aber rechtfertigt das Ihre Forderung nach einem Monopol? Für den Briefverkehr ist das Monopol der Post rechtlich begründet, denn hier soll das Briefgeheimnis geschützt werden. Aber bei Paketen fehlt eine solche Begründung.

Breit: Ich will das nicht rechtlich begründen, sondern politisch und volkswirtschaftlich. Der Bevölkerung muß die Möglichkeit erhalten bleiben, Kleingüter von jedem Ort nach jedem Ort zu einigermaßen tragbaren Bedingungen befördert zu bekommen. Wenn sie diese Möglichkeit nicht mehr hat, werden die Randgebiete, die ohnehin in vieler Hinsicht benachteiligt sind, noch stärker beeinträchtigt.

  • Eines der konkurrierenden Unternehmen hat bereits erklärt, es werde sich notfalls einer allgemeinen Beförderungspflicht unterwerfen und müsse dann lediglich seine Preise neu kalkulieren.