Die Großchemie ist dabei, den Gewinneinbruch des Krisenjahres 1975 auszugleichen.

Bei der BASF liegt der Gewinn des I. Halbjahres 1976 bereits deutlich über dem der ersten sechs Monate des "Chemie-Jahres" 1974. Bei Bayer waren noch 33 Millionen und bei Hoechst noch 78 Millionen aufzuholen. Verglichen mit dem I. Halbjahr 1975 muten die in diesem Jahr erzielten Gewinne jedoch sensationell an. Bei der BASF macht die Steigerungsrate 117 Prozent aus (vor Steuern gerechnet), bei Bayer 102,7 Prozent und bei Hoechst 64,6 Prozent. Nimmt man die Weltbilanzen der drei Großen, so steht Bayer mit einer Gewinnsteigerungsrate von 153,3 Prozent weit an der Spitze, gefolgt von BASF mit 69,6 Prozent und Hoechst mit 46,7 Prozent. Die Tatsache, daß die Börse auf diese ungewöhnliche "Gewinnexplosion" sehr zurückhaltend reagiert hat, liegt daran, daß die 1974er Zahlen zum Vergleich herangezogen wurden.

Eine ungewohnte Nachricht: Axel Springer als Schlußlicht.

Von den drei größten Zeitschriftenkonzernen des Landes hat der Axel Springer Verlag im letzten Jahr bei 1,27 Milliarden Mark Umsatz "nur" einen Gewinn von 25,7 Millionen Mark erzielt – mithin eine Umsatzrendite von 2,2 Prozent erreicht. Der Burda-Verlag bringt es dagegen auf 3,1 Prozent Umsatzrendite, Gruner – Jahr sogar auf 8,6 Prozent. Freilich darf man davon ausgehen, daß ohne die verlustträchtigen Objekte "Welt" und "Welt am Sonntag" der Springer-Gewinn etwa doppelt so hoch gelegen hätte.

Die Industriebank konstatiert: "Investitionsfreudigkeit noch zu gering."

Die Industriekreditbank AG Deutsche Industriebank (IKB) kann für ihr Geschäftsjahr 1975/76 (31. 3.) ihre Dividende von 7 auf 7,50 Mark erhöhen. Auch sonst sieht die Lage bei dem Unternehmen auf den ersten Blick erfreulich aus. So haben sich die neu zugesagten Kredite im Berichtsjahr um 22 Prozent auf 1,5 Milliarden Mark erhöht. Was jedoch, bedenklich stimmt, ist die Tatsache, daß die Kreditausweitung in erster Linie auf die Konsolidierung kurz- und mittelfristiger Schulden zurückgeht. Die Investitionsfinanzierung hatte demgegenüber ein weitaus geringeres Gewicht als in früheren Jahren. Diese Feststellung fällt bei einem Institut, das sich vornehmlich der Finanzierung mittelständischer Betriebe verpflichtet fühlt, besonders ins Gewicht. Bei der "mehr-Wert"-Pleite ist die Bank mit einer Forderung von 1,9 Millionen Mark vertreten. Der Vorstand macht darauf aufmerksam, daß diese Forderung, so gesichert ist, daß man ohne Schaden herauszukommen hofft.

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