Seit Monaten muß die Staatsanwaltschaft in Frankfurt immer wieder obskure Büros schließen lassen, die mit sogenannten Warentermin-Optionen Jagd auf das Geld leichtgläubiger Anleger machen. Üblicherweise verkaufen die Optionsanbieter per Telephon. Wer einmal in der Kartei ist, wird nicht mehr losgelassen, bis er sein Geld investiert – und hernach meist verliert – oder den Telephonhörer verärgert auf die Gabel wirft. Letzteres zahlt sich fast immer aus – die Auszüge aus einem Telephongespräch, das ein Optionen-Verkäufer in der vergangenen Woche mit einem ZEIT-Redakteur führte, sprechen für sich:

"Hallo, hier spricht Schupp von der Firma Maisenbacher in Frankfurt."

"Ja, womit kann ich Ihnen helfen?"

"Es geht um Zucker. Zucker war noch nie so billig wie heute. Absoluter Tiefstpreis des Jahres. Da sollte man sofort einsteigen."

"Das versteh’ ich nicht. Warum soll ich denn jetzt einsteigen? Wer sagt mir, daß der Preis nicht noch tiefer fällt?"

"Aber es ist kein großes Risiko dabei. Mit der Option können Sie bis zum Frühjahr 1977 in Zucker bleiben."

"Wie teuer ist denn die Zucker-Option?"