Ein kleines Reiseunternehmen darf nicht auf ausgefahrenen Gleisen laufen." Das ist das Leitmotiv des kleinen Unternehmens Franktour Reisen. Man kann es auch so ausdrücken: Franktour bietet neue Ziele und ausgefallene Programme – "Individualismus" und kulturelles Niveau verstehen sich von selbst. Firmengründer, Inhaber und Geschäftsführer Ernst Salaic: "Man muß sich was einfallen lassen."

Er hat sich seit mehr als 20 Jahren mancherlei einfallen lassen. Kulisse der Gründerlegende war die Trümmerstadt Frankfurt. mit Bombentrichtern an der Hauptwache. Gründervater Salaic, Absolvent der Wirtschaftswissenschaften und diplomierter Sprachenkundiger, klebte als Angestellter für den Stundenlohn von einer Mark Briefmarken auf die Post eines Reisebüros und warb nebenbei schon mit eigenhändig verteilten Handzetteln für seine erste Reise mit einer aus Deutschen und Amerikanern gemischten Gruppe nach Spanien und Marokko (Salaic: "Ein Experiment, das man nicht wiederholen sollte") – 1954 zweifelsohne ein Unternehmen von Kühnheit und Originalität. Diese Reise wurde mit homogenen Gruppen im Laufe der Jahre etwa vierzigmal wiederholt. Sie blieb so lange ein Erfolg, bis die großen, Unternehmen das schöne Spanien für sich entdeckten.

Schicksal und Prosperität des kleinen Unternehmens war von Anfang an vorgezeichnet, nämlich die Welt ringsum in immer größeren Ringen zu erkunden. Und es ergab sich zwangsläufig, daß Franktour dem Trend der Moden und den Zwängen des Nachholbedarfs jeweils um Nasenlängen voraus war: 1959 Ägypten und der Vordere Orient (noch ohne Israel), 1961 Charterflüge mit Boeing 707 nach Amerika, 1962 Mexiko, 1964 Japan. Stadtverwaltungen, Hausfrauenverbände und Volkshochschulen waren die Vorreiter der stürmischen Entwicklung des touristischen Markts. Sobald der allgemeine Boom einsetzte, richtete der Firmenchef seine Blicke auf neue Ufer. Salaic: "Wenn die Großen kommen, wird’s für uns uninteressant."

Dabei blieb’s.

Neue Ziele waren die Südsee und Alaska (beide zusammen bestreiten heute ungefähr die Hälfte des gesamten Buchungsaufkommens), Persien und Afghanistan, Indonesien, Australien und der südliche Pazifik. Die ausgefallenen Programme stellt der Chef zum größten Teil selbst zusammen, für den Reiseerfolg bürgen die Reiseleiter – übrigens keine Profis, sondern ausgesuchte, gründlich eingearbeitete Reiseleiter aus Passion, häufig Universtitätsassistenten, Wissenschaftler, engagierte Studienräte.

Die Reisen dauern 22 oder 24 Tage und kosten rund 4300 (Mexiko), 4400 (Südafrika), 4600 (Kanada), 4800 (Fernost), 5600 (Südamerika), 6300 Mark (Südsee). Ausnahmen: Persien (neun Tage, 2400 Mark), Japan (17 Tage, 3500 Mark), Australien (30 Tage, 7600 Mark), Südpazifik (30 Tage, 8700 Mark).

Ernst Salaic schaut in die touristische Zukunft ("Nur so können wir überleben"). Er sagt: "Jedes Jahr kommt eine neue Reise hinzu, manchmal zwei" – demnächst in den Jemen, nach Westtibet und Darjeeling, nach Melanesien und Neuguinea, in den Kongo und nach Ruanda.