Hörenswert

"Das Häns’che Weiss Quintett." Es swingt und jazzt, und es schmachtet wie eh und je bei diesen Musikern – eigentlich Neues ist nicht über diese neue Schallplatte zu berichten. Sie enthält Zigeuner-Jazz, der sich manchmal anhört, als seien die Virtuosen verkappte Amateure oder die Amateure Virtuosen, die sich in populärer Pose verstellen. Und natürlich klingt alles ein bißchen wie wiederholt, selbst wenn es zum erstenmal präsentiert wird. Zwei Mitglieder des Quintetts tun sich besonders hervor: der Prinzipal Weiss auf der Gitarre und Titi Winterstein mit rasenden Läufen und Figuren auf der Geige. Die zweimal sechs Stücke haben viel Schwung – Musik zum alsbaldigen Verbrauch. (EMI Electrola 1 C 062–31 137, 22,– DM)

Manfred Sack

Enttäuschend

Ludwig van Beethoven: "Sinfonie Nr. 7." Im kaum mehr übersichtlichen Angebot dieser Sinfonie nun auch Carlos Kleibers Interpretation. Die "Pocosostenuto"-Einleitung täuscht: So spannungslos, so distanziert läßt Kleiber nur in diesem Anfangsstadium spielen. Aber auch später dominiert immer wieder eine Monotonie des Ablaufs, ein allenfalls in der Dynamik variables, aber weder durch rhythmische Strenge noch eine Vehemenz der Artikulation auffallendes Einheitsmaß. Zwar ist ein außerordentlich feines Timbre der Streicher zu bewundern, aber die Bläser wirken dafür um so farbloser, neutral. Schließlich tut ein starker Rauschpegel ein übriges: Carlos Kleiber scheint bei Plattenproduktionen ziemlich viel Pech zu haben, (DGG 25 30 706, 25,– DM)

Heinz Josef Herbort

Fragwürdig