Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß es Leben auf dem Mars gibt, ist weiter gestiegen. Das automatische Labor des Viking-Landers auf dem roten Planeten hatte vor einigen Wochen zwei Experimentalergebnisse geliefert, die deutlich auf die Möglichkeit hinweisen, daß sich Mikroben im Marsboden befinden können, in deren Stoffwechsel wie bei irdischen Lebewesen Kohlenstoff eine entscheidende Rolle spielt.

Bei dem einen Experiment war die Bodenprobe in eine Atmosphäre gebracht worden, die radioaktiven Kohlenstoff enthielt. Nach fünf Tagen wurde der Marssand daraufhin untersucht, ob in ihm dieser Kohlenstoff, der sich durch seine radioaktive Strahlung verriet, assimiliert worden war. Tatsächlich ließen die Meßergebnisse darauf und darum auf ein mögliches Vorhandensein von Lebewesen im Marsboden schließen. In dem anderen Versuch wurde Marsboden in eine "Nährsuppe" gebracht, die radioaktiven Kohlenstoff enthielt. Nach einiger Zeit befand sich, wie die Ergebnisse erkennen ließen, der "markierte" Kohlenstoff in der Atmosphäre über der Bodenprobe, so als sei er quasi ausgeatmet worden.

Beide Experimente wurden unlängst mit Mars-Bodenproben wiederholt, die zuvor sterilisiert worden waren und damit aller Voraussicht nach keine Lebewesen enthalten konnten. Diese Kontrollversuche lieferten keinen Hinweis auf einen Kohlenstoffmetabolismus, der in der Bodenprobe stattgefunden haben konnte. Folglich ist nicht auszuschließen, daß es in den ersten Experimenten tatsächlich Leben war, das die positiven Ergebnisse hervorgerufen hat, und das negative Resultat der Kontrollversuche darauf zurückzuführen ist, daß das Leben in der Mars-Bodenprobe – wie beabsichtigt – abgestorben war. Gegenwärtig jedenfalls haben die Wissenschaftler des Viking-Teams keine rein chemische, unbiologische Interpretation für diese Befunde des Viking-Landers gefunden.

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Mit der Akribie eines Musikwissenschaftlers ist ein Forscherehepaar dem Gesang einer großen Gibbonart in Südostasien nachgegangen. Die Zoologen versuchten, die verschiedenen Arten des Großen Kloss-Gibbons von einander zu unterscheiden. Gibbons äußern Töne, die man mit Recht als Gesang bezeichnen darf, um ihr Territorium abzustecken, um Weibchen herbeizurufen und um die Zahl und das Geschlecht der Individuen in einem gemeinsam lebendem Stamm anzukündigen. Dabei singt nicht nur ein einzelnes Individuum, sondern ein ganzer Chor in wohlabgestimmten Tonfolgen, wobei, im Gegensatz zum Menschen, offenbar die Weibchen die Baß-Partien bestreiten, während den Männern die oftmals heftigen, höheren Partien zukommen.

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Nach dem erfolgreichen Sojus-21-Unternehmen, bei dem ein von der sowjetischen Raumfahrtbehörde zum Mond geschickter Roboter eine lunare Bodenprobe zur Erde zurückgebracht hat, planen nach Ansicht von NASA-Experten die Sowjets jetzt eine ähnliche Mission zum Mars. Auch dort soll, wie die Amerikaner glauben, ein Automat graben und mit dem Marssand die Rückreise zur Erde antreten. Auch die NASA hat ein solches Projekt vorgeschlagen. Aber bis jetzt liegen dafür noch keine konkreten Pläne vor.