Hinweis für Abonnenten: Peter Zadeks viel, beschimpfte und viel gepriesene "Othello"-Inszenierung, die in manchem Sinne den Rahmen konventioneller Theatervorstellungen sprengt und vom Zuschauer Bereitschaft und Neugier zur Entdeckung extremer Kunstmittel erwartet, wird im Schauspielhaus auch weiterhin nicht als Abonnementsvorstellung gezeigt werden. Abonnenten, die sich diese Herausforderung nicht entgehen lassen wollen, sollten von ihren Ermäßigungsgutscheinen oder Umtauschkarten Gebrauch machen.

Aus der Theaterzeitung des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Hinweis für Intendanten: extreme Kunstmittel bitte nur außer Abonnement! Intendanten, die dieser Forderung zuwiderhandeln, können umgetauscht werden.

Krieg als Star-Parade

Hollywood spielt wieder Krieg. Nachdem das Trauma von Vietnam halbwegs verdrängt scheint, deutet sich eine Renaissance der millionenschweren Schlachtengemälde in Technicolor und Panavision an. "Bad: to the Trenches" (Zurück zu den Schützengräben) meldete das Showbusiness-Blatt "Variety". Den Beginn des fragwürdigen Trends markiert die "Schlacht um Midway" (Deutschland-Start: 8. Oktober), die von einem knappen Dutzend hochkarätiger Stars ausgetragen wird. Dabei sind: Charlton Heston, Henry Honda, James Coburn, Glenn Ford, Robert Mitchum und andere. Noch aufwendiger dürfte "Die Brücke von Arnheim" nach dem Bestseller von Cornelius Ryan werden. Alt-Produzent Joseph E. Levine investierte 25 Millionen Dollar und steckte von James Caan, Michael Caine und Sean Connery bis Laurence Olivier, Robert Redford und Liv Ullmann einen ganzen Schützenzug von Superstars in Uniformen. Auch ein filmisches Denkmal für den Kriegshelden General MacArthur ist als Star-Parade in Arbeit. Am bescheidensten gibt sich noch Gewalt-Spezialist Sam Peckinpah, der für seine in deutscher Co-Produktion entstehende Will-Heinrich-Verfilmung "Steiner – Das eiserne Kreuz" nur James Coburn, Maximilian Schell, James Mason, David Warner und Senta Berger bemüht. Das ambitionierteste Projekt der neuen Kriegsfilm-Welle realisiert Francis Ford Coppola ("Der Pate"): die Vietnam-Parabel "Apocalypse New!" nach Joseph Conrads "Heart of Darkness".

Das 480. Centennial

Bis vor kurzem waren die Archäologen der Überzeugung, Amerika sei viel später von Menschen besiedelt worden als Europa: Vor 12 000, höchstens vor 20 000 Jahren seien menschliche Jäger über die Beringstraße aus Sibirien auf den amerikanischen Kontinent gelangt. Diese Zeittafel ist nunmehr in Frage gestellt. 1974 entwickelte ein Chemiker der Staatsuniversität von Kalifornien in La Jolla eine neue Methode, das Alter von Fossilien zu bestimmen. Während die herkömmliche Methode, bei der der Anteil von radioaktiven Kohlenstoff-Isotopen gemessen wird, größere Fundstücke voraussetzt und bei Funden, die älter als 40 000 Jahre sind, ganz versagt, analysiert Jeffrey Bada die Molekularstruktur der Aminosäuren, die sich nach dem Tod in regelmäßigen Abständen verändern. Seine Methode funktioniert auch schon bei kleinen Proben, und sie reicht bis zu einer Million Jahre zurück. Mit ihr datierte er Menschenknochen, die in Kalifornien gefunden wurden; sie erwiesen sich als 48 000 Jahre alt. Im Augenblick wird in La Jolla weiter gegraben; man hofft auf weitere, ebenso alte oder noch ältere Funde. Sie würden der 12 000-Jahr-These endgültig den Garaus machen und beweisen: Die Amerikaner waren schon da, ehe die Europäer bei sich eintrafen.

Exil in die Politik: Klaus Mann