Von Gabriele Venzky

David Martin: "General Amin"; Faber and Faber, London 1974; 254 S., £ 3.50.

Erich Wiedemann: "Idi Amin – Ein Held von Afrika?"; Paul Zsolnay Verlag, Wien 1976; 292 S., 32,– DM.

Seine Feinde läßt er mit Vorschlaghämmern erschlagen, eine seiner Ehefrauen wird mit abgetrenntem Kopf und ohne Gliedmaßen im Kofferraum eines Autos gefunden, seine Freunde werden von Killerkommandos gejagt und auf bestialische Weise umgebracht. Einen Minister wirft er, wie Hunderte anderer Ugander, den Krokodilen zum Fraß vor, weil er findet, daß das Ausland nicht genug über "den besten Politiker der Welt" redet.

Das ist so gang und gäbe im Uganda des Idi Amin. Doch die Welt nimmt kaum Notiz davon. Allenfalls erregt sie sich für kurze Zeit, wenn das Opfer weiß ist, so wie Dora Bloch, die israelische Geisel von Entebbe, oder wie die beiden Amerikaner Stroh und Siedle, die sich um ein Massaker in einer Kaserne kümmerten, bei dem 500 Menschen umgebracht worden sein sollen.

Die Internationale Juristenkommission schätzt, daß seit dem 25. Januar 1971 25 000 bis eine Viertel Million Menschen in Uganda ums Leben gekommen sind. An diesem Tag putschte sich Idi Amin an die Macht, seit diesem Tag sind die Menschen vogelfrei in Uganda und ist das Land den Launen des Diktators schutzlos ausgeliefert.

80 000 Asiaten, von ihnen allein 25 000 mit ugandischen Pässen, mußten das Land über Nacht verlassen. Gewiß, die indischen Händler und Handwerker hatten, wie überall in Afrika, die Schwarzen ausgebeutet, waren auf deren Kosten reich geworden. Aber die Wirtschaft lief zumindest.