Auf einige Parallelstücke der Jugendliteratur sei hier nur verwiesen: Foreman Lewis: "Shanghai 41"; Kurt Held: "Giuseppe und Maria"; Horst Bastian: "Die Moral der Banditen" (1964, DDR).

Ganz anders, nämlich ein Kriminalroman nach politischen Tatbeständen ist

Wilhelm Meissel: "Besondere Kennzeichen: keine"; Jugend und Volk, Wien/München; 229 S., 19,– DM.

Geschildert wird eine Geiselnahme aus politischen Motiven. Dabei kommt es scheinbar zu einer Verwechslung: Statt der millionenschweren Loraine de Frescard wird die österreichische Austauschschülerin Goldschmid entführt. Doch Loraine ist selber eine der Entführerinnen, die mit dem Verbrechen von ihrem eigenen Vater Geld erpressen wollte.

Der mit den Mitteln des Kriminal- und Unterhaltungsreißers operierende Roman ist nicht ungeschickt aufgebaut und vermag bis zum Schluß zu fesseln. Die überraschende Lösung wirkt sogar glaubwürdig und beantwortet im nachhinein viele Fragen. Meissel versucht zu differenzieren, indem er einmal von einem "irregeleiteten Idealismus" der Politterroristen spricht, zum anderen den hanebüchenen Mechanismus der Vermarktung politischer Ereignisse in der bürgerlichen Presse aufzeigt: Die "Entführung" der "Millionenerbin" wird dort dick herausposaunt, für das Verschwinden der jugendlichen Renate hingegen interessiert sich niemand.

In der neuen Erzählung von

Wolf gang Gabel: "Der Anfang vom Ende"; Signal-Verlag, Baden-Baden; 144 S., 14,80 DM