Daß Forschungsminister Hans Matthöfer sich nicht ungern ins Gespräch bringt, wird er nicht bestreiten können, daß er aber ausgerechnet sich selbst als möglicher Finanzminister und damit Nachfolger von Hans Apel nach der Bundestagswahl im Oktober ins Gerede brachte, kann ihm wirklich niemand nachsagen. Matthöfer will das Amt des Finanzministers nicht. Dabei spielt nicht nur sein Faible für die Forschungspolitik eine Rolle.

Er gab kürzlich auch zu erkennen, daß er sich nicht so gern schon wieder in ein neues Amt einarbeiten würde. Es koste doch eine Menge Zeit, bis man "in" sei, wertvolle Zeit, in der man Politik machen könne. Und daß man als "Minister wesentlich mehr Politik machen kann, als in jeder anderen Position (abgesehen vom Amt des Bundeskanzlers)", das gibt Matthöfer unumwunden zu.

Wenn es zu einer Neuauflage der sozial-liberalen Koalition kommen sollte und Matthöfer im Forschungsressort bleibt, will er im ersten Jahr vor allem die verschiedenen Instrumente der Forschungsförderung – Projektträger und Forschungsverwaltung – unter die Lupe nehmen. Matthöfer: "Wir müssen die Leistungsfähigkeit der Instrumente erhöhen, weniger bürokratisch und effektiver verfahren. Die Forschungsverwaltung wäre die erste Verwaltung, die nicht rationalisiert und damit effektiver werden könnte."

Sollte Matthöfer aber doch ins Finanzressort gedrängt werden, bliebe wenigstens zu hoffen, daß er dort weiter praktiziert, was er schon im Forschungsministerium begonnen hat – die Offenlegung aller Zuwendungsempfänger seines Ministeriums. Auf einen detaillierten Subventionskatalog des Finanzministers wartete Bonn bisher vergeblich. *

Obwohl alle Welt in der Opposition vom Kassensturz spricht, bestreitet der CDU -Abgeordnete Alo Hauser seinen Wahlkampf in Bonn mit Geldforderungen an den Bund. Hauser, nach eigener Darstellung zu 50 Prozent ausschließlich für seine Heimatstadt im Parlament tätig, will eine Revision des Finanzvertrages zwischen dem Bund und der Stadt erreichen.

Bisher muß die Stadt Bonn für jede Bundes-Mark eine eigene – meist auf dem Kreditwege beschaffte – Mark vorweisen. Diese strikte Regelung will Hauser gelockert wissen. Das Wort seiner Fraktion hat er dafür bereits. Ob ein eventueller CDU/CSU Finanzminister Franz Josef Strauß mitziehen wird, ist aber mehr als fraglich.

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