Als der Bundestagskandidat Struß neulich in die Wohnung stürzte, begrüßte ihn seine Frau mit den Worten: "Nett, daß du dich auch mal wieder blicken läßt! Wo treibst du dich eigentlich die ganze Zeit herum?"

Herr Struß ließ erschöpft seine Aktenmappe sinken: "Wenn du’s genau wissen willst: ich habe in zwölf Tagen 57 Wahlkundgebungen absolviert, gestern in Goslar, Hildesheim, Osnabrück, Göttingen und Uelzen gesprochen, und morgen muß ich zu einer Großkundgebung nach Kassel... mein Gott, bin ich fertig!"

"Du wolltest ja unbedingt in die Politik, ich war immer dafür, daß du Anwalt bleibst, daß ist wenigstens ein anständiger Beruf."

"Ach, und was ich jetzt mache ... aber du hast mich ja nie verstanden – mein Gott, bin ich hundemüde..."

"Wann bist du eigentlich mal nicht hundemüde? Wir müßten übrigens ein paar wichtige Dinge besprechen!"

"Aber doch bitte nicht mitten im Wahlkampf!" Die kleine Sabine schaute verschlafen ins Zimmer: "Mutti, wer ist das?"

"Siehst du!", sagte Frau Struß triumphierend, "Sabine erkennt dich schon nicht mehr, dieser fürchterliche Schnurrbart..."