Als der Kanzler-Kandidat der CDU nach Rotenburg bei Bremen kam, da hatten – so wird berichtet – die jungen Sozialisten oder wenigstens einige von ihnen die Idee, Kohl-Köpfe hochzuheben, um auf diese Weise ihre Abneigung gegen ihn auszudrücken. Aus der Meldung war nicht ersichtlich, ob es frische oder vergammelte, ob es gekaufte oder gestohlene oder geschenkte Köpfe waren. Das ist schade. Denn Nuancen wären interessant gewesen. An sich ist nämlich Kohl, wenn er voller Frische und Kraft ist, etwas sehr Gutes. Und wie die Welt schreibt, hat Dr. Helmut Kohl seine jungen Gegner, anstatt ihre Taktlosigkeit anzuprangern, denn auch freundlich darüber belehrt, daß "Weißkohl eine bekömmliche Nahrung" sei, "von der ganze Generationen gelebt" hätten.

Es ist eine allgemeine Regel, in Polemiken Namenswitze zu unterlassen. Sie sind zu billig, zu plump. Was kann Strauß dafür, daß er sich durch ein schönes Blumenbouquet, aber auch durch dieses Wüstentier symbolisieren läßt, daß angeblich bei drohender Gefahr den Kopf in den Sand steckt? Schielt Scheel? Weent Wehner? Brennt Brandt? Um den Höhepunkt der Albernheit zu bezeichnen: Man kennt die Formel, daß "Goethe" von "Kote" käme.

Genug der Peinlichkeiten; nur dies noch: Helmut Kohl hätte seinen Namen ins Französische übersetzen können. Er hätte das Wort "Chou" erhalten. Und jetzt kann man den jungen Patrioten von Rotenburg das Wort im Munde umdrehen. Denn "Mon chou" ist ein Ausdruck von großer Zärtlichkeit,