PRO-Aktie soll an die Börse

Für die knapp 100 000 Aktionäre der PRO Verbraucher AG, der früheren Hamburger "Konsumgenossenschaft "Produktion", steht eine wichtige Änderung bevor. Die PRO beabsichtigt, ihre Aktien an den deutschen Börsen handeln zu lassen. Zunächst einmal im sogenannten "unkontrollierten Freiverkehr", später ist eine Übernahme in den "Amtlichen Handel" vorgesehen. Zur Zeit vermittelt die PRO noch selbst Kauf- und Verkaufswünsche. Der Preis der PRO-Aktie hat sich in letzter Zeit um etwa 20 Prozent auf 60 Mark erhöht. Der Umsatz in diesen Papieren istallerdings minimal. Das hängt vermutlich damit zusammen, daß die Mehrzahl der Aktionäre nur über ein bis zwei Stücke verfügen. Sie repräsentieren die früheren Genossenschaftsanteile. Um sich gegen eine unerwünschte Überfremdung zu schützen, hat die PRO bei ihrer Umwandlung in eine Aktiengesellschaft "vinkulierte" Namensaktien eingeführt. Jeder Aktionär muß danach ins Aktienbuch der Gesellschaft eingetragen werden.

Verlorene Anzahlungen absetzbar

Nicht aufgeben wollte ein Steuerpflichtiger aus Berlin. Nachdem er für ein Einfamilienhaus Anzahlungen und Notariatskosten entrichtet hatte, ging der Bauträger In Konkurs. Daraufhin machte er diese Ausgaben sowie die Rechtsanwaltskosten als Verlust aus Vermietung und Verpachtung geltend, doch das Finanzamt versagte den Abzug. Jetzt entschied das Finanzgericht Berlin anders. In seinem Urteil vom 10. 12. 75 (EFG 1976 S. 225) führte es aus, auch verlorene Aufwendungen, die mit erwarteten künftigen Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung in Zusammenhang stehen, seien Werbungskosten, wenn klar festzustellen sei, daß der Steuerpflichtige entschlossen war, Einkünfte zu erzielen. Lediglich die Anwaltskosten seien nicht abzugsfähig, da sie dem Zweck galten, Vermögen zu retten. Da das Finanzamt befürchtet, daß von nun an alle Erwerber von Familienheimen, deren Bauträger mit Anzahlungen in Konkurs geht, Vermietungsabsichten vortäuschen könnten, um einen Teil der verlorenen Gelder über ersparte Steuern zurückzuerlangen, legte es beim Bundesfinanzhof (AZ des BFH: VIII R 9/76) Revision ein.

Erste Rate für lOS-Anleger

Eine erste Ausschüttung von 3,50 Dollar Je Anteil werden die Besitzer von Investmentanteilen am IOS Growth Fund Ltd. erhalten. Von dieser Ausschüttung werden jedoch nur 4314 Anteilseigner profitieren. Rund 1300 gehen noch leer aus. Das begründet der Liquidator des Fonds, John A. Orr, von der Rechnungsprüfungsgesellschaft Touche Ross and Co in Toronto mit "mangelnder Identifikation beim Liquidationszentrum in Ferney-Voltaire in Frankreich". Für 1977 wird eine zweite Ausschüttung angekündigt. Wann die Anteilseigner des großen lOS-Fonds, des "Fund of Funds" eine Auszahlung erhalten, ist noch ungewiß. Es gibt Schwierigkeiten bei der Aufspürung der Fondsbesitzer. Außerdem – so der Liquidator – seien schwebende Gerichtsverfahren zu berücksichtigen.

Gefahren für Wohnungserwerber

Der Konkurs des Bauträgers kommt Wohnungseigentümern in der Regel teuer zu stehen, selbst wenn eine Anlage mit Eigentumswohnungen bereits fertiggestellt ist. Darauf macht jetzt die Hamburgische Notarkammer aufmerksam. Konnte der Bauträger nämlich nicht alle Wohnungen verkaufen, bevor er Schiffbruch erlitt, haften die Wohnungseigentümer für sämtliche Bewirtschaftungskosten gesamtschuldnerisch, auch wenn das Wohnungseigentumsgesetz und die Teilungserklärung die Kostenerstattung anteilig im Verhältnis der Wohnungseigentümer vorsieht. Um vor bösen Überraschungen sicher zu sein, so schlägt die Notarkammer vor, sollte der Wohnungsinteressent eine Bankgarantie vom Bauträger verlangen, in der sichergestellt ist, daß der Käufer nicht für die Bewirtschaftungskosten der unverkauften Wohnungen aufkommt.