Frankreichs zweitgrößter Elektrokonzern, Thomsen-Brandt, hat seine Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse eingeführt.

Die Aktien der Tochtergesellschaft Thomson CSF werden bereits seit 1963 in Düsseldorf und Frankfurt notiert. An diesem Unternehmen besitzt Thomson-Brandt eine 50prozentige Beteiligung. An der Muttergesellschaft sind zahlreiche französische Renten- und Sparkassen sowie Banken und Finanzgesellschaften beteiligt. Bei einem Pariser Börsenkurs zwischen 180 und 200 Francs lag die Dividende für 1975 bei 14,25 Francs. Über die Dividende dieses Jahres, so der stellvertretende Generaldirektor Jean-Marie Fourier, habe man noch nicht nachgedacht. Grundsätzlich verfolge man aber die Politik, die Aktionäre "großzügig" am Ergebnis des Unternehmens zu beteiligen.

Trotz günstiger Erlössituation will die Nordwestdeutsche Kraftwerke AG bei ihrer bisherigen Dividende bleiben.

Im eigenen Versorgungsgebiet der zum Veba-Bereich gehörenden Gesellschaft hat der Stromabsatz in der Zeit vom 1. 10. 75 bis 30. 6. 76 um 10,5 Prozent zugenommen. Bundesweit wuchs der Stromabsatz dagegen nur um sechs Prozent. Das Mehrgeschäft, so teilt der Vorstand mit, ist der Erlösentwicklung gut bekommen. Bei der Finanzierung kamen der Gesellschaft die niedrigeren Zinsen zugute. Wenn der Vorstand dennoch "nur" die Beibehaltung der letzten Dividende von acht Mark je 50-Mark-Aktie in Aussicht stellt, so wird man dies vermutlich im Hinblick auf die Auswirkungen des neuen Körperschaftsteuergesetzes sehen müssen, nach dem die Gesellschaft bereits ab 1. 10. 1976 bilanzieren wird. Entschließt sich die Gesellschaft auch für das neue Geschäftsjahr trotz der dann höheren Steuerbelastung zur Beibehaltung des bisherigen Ausschüttungssatzes, so bedeutet dies eine echte Besserstellung der Aktionäre, die dann ja zusätzlich eine Steuergutschrift in Empfang nehmen können.Von der im Frühjahr angekündigten Kapitalerhöhung ist nicht mehr die Rede. Sie wird erst Ende 1977, vielleicht auch erst Anfang 1978 spruchreif werden.

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Zu einem harten Schlagabtausch wird es auf der Hauptversammlung der IG Farbenindustrie i. A. kommen.

Sowohl die den bisherigen Aufsichtsrat stützenden Kreditinstitute als auch die Oppositionsgruppe, die den Aufsichtsrat auswechseln, nur noch ihre Leute als Liquidatoren beschäftigen und gleichzeitig "ihren" Abschlußprüfer installieren will, werben um die Stimmen den Besitzer von "IG Liquis". Für den Fall, daß der Opposition die "Machtübernahme" gelingt, kündigt die gegenwärtig amtierende Verwaltung rechtliche Schritte gegen die beabsichtigte Abberufung der jetzigen Liquidatoren an. Wo die Opposition der Schuh drückt, läßt der in Bochum erscheinende "Effekten-Spiegel" durchblicken. Er behauptet, daß die drei Großbanken "teilweise in die Kreise der Opposition hinein skrupellos Kredite kündigten". Allerdings sei ihnen wenig Erfolg beschieden gewesen, denn man habe dennoch das IG Farben-Liquis-Paket durchhalten können." Aber Kredite kosten natürlich Geld. Um so verständlicher ist es, wenn die Opponenten auf eine rasche Ausschüttung aus dem Liquidationsvermögen drängen. Sie wird von den jetzigen Liquidatoren im Hinblick auf die noch nicht übersehbaren Verpflichtungen verweigert.