Der Sturm auf die festverzinslichen Papiere geht weiter. Daran beteiligt sind weiterhin Ausländer, die sich von auf Mark lautenden Papieren nicht nur eine angemessene Verzinsung sondern auch noch einen Wechselkursgewinn versprechen. Das Problem des Rentenmarktes ist seine immer fühlbarer werdende Enge. Eine gewisse Entlastung verspricht man sich von der neuen Bundesanleihe. Bis sie angeboten wird, werden die letzten Ecken ausgekehrt. Das ist auch der Grund, warum man nunmehr auch auf die alten verfemten Sechsprozenter zurückgreift. Plötzlich findet man ihre Laufzeiten, die bis in das nächste Jahrtausend hineinreichen, gar nicht mehr so "furchtbar schrecklich". Sinkt der Kapitalmarktzins weiter, sind auch bei den "Sechsern" akzeptable Kursgewinne zu erwarten, die es auszunutzen lohnt.

Gelegentlich schwappt das aus dem Ausland einströmende Geld auch auf die Aktien über. Das geschah deutlich zu Beginn dieser Woche, als das Wahlergebnis in Schweden bekannt wurde. Im allgemeinen ist man aber mit Vorkäufen im Hinblick auf eine Wahlniederlage der gegenwärtigen Bonner Regierungskoalition zurückhaltend. Tritt sie ein, so wird die deutsche Börse "nicht mehr als drei Tage fest sein", ist die Meinung der Börsianer. Ob das ausreicht, um Kursgewinne zu kassieren, erscheint mehr als zweifelhaft. K. W.