Alle Jahre wieder setzt in den letzten Monaten des Jahres das große Nachdenken darüber ein, wie man seine Steuerschuld so niedrig wie möglich halten kann. Das wissen auch die sogenannten "Abschreibungsagenten", für die jetzt die Saison wieder voll einsetzt. Ob allerdings alles, was sie an "Steuerersparnissen" versprechen, vor den Augen der Finanzämter bestehen kann, steht auf einem anderen Blatt.

Mit einer sicheren Steuerersparnis kann der Zeichner von Berlin-Darlehen rechnen, die nach den Paragraphen 16 und 17 des Berlin Förderungsgesetzes (Berlin FG) gewährt werden. Hier handelt es sich nicht um "Abschreibungen", also um Steuerstundungen, sondern um eine direkte Steuerkürzung.

Gegenüber den Vorjahren, in denen wir, meine verehrten Leser, das gleiche Thema behandelt haben, hat sich im Grundsatz nichts geändert. Zu prüfen ist jedoch, inwieweit diese Möglichkeit des Steuersparens auch unter den aktuellen Zinsverhältnissen auf dem Kapitalmarkt noch erwägenswert ist.

Nach wie vor können Sie zwischen zwei Darlehenstypen wählen:

Darlehen nach § 16 Berlin FG. Hier können Sie im Jahr der Darlehenshingabe zwölf Prozent des Darlehensbetrages von Ihrer Einkommenbzw. Lohnsteuer absetzen;

Darlehen nach § 17 Abs. 2 Berlin FG, nach dem zwanzig Prozent des Darlehensbetrages einmalig von der Steuerschuld abzuziehen sind. In beiden Fällen aber nur höchstens 50 Prozent der Steuerschuld.

Für Darlehen nach § 16 sind die Berliner Industriebank AG und die Berliner Niederlassung der Industriekreditbank AG – Deutsche Industriebank zuständig. Diese Institute verzinsen das Darlehen zu fünf Prozent. Nach acht Jahren ist das Darlehen getilgt. Die Tilgung setzt nach vier Jahren mit 20 Prozent der Darlehenssumme ein. Unter Berücksichtigung der Steuerersparnis kommt man hier auf eine jährliche Bruttorendite von 7,95 Prozent. Das ist sicherlich nicht berauschend, weil ähnliche Sätze woanders auch ohne den Umweg über Berlin-Darlehen zu erzielen sind.