• Herr Oehme, fünf europäische Ölgesellschaften, unter ihnen die deutsche Veba, rufen nach einer gemeinsamen europäischen Ölpolitik, um Wettbewerbsverzerrungen gegenüber den internationalen Gesellschaften zu beseitigen. Verzerrt die Deutsche Esso den Wettbewerb auf dem deutschen Ölmarkt?

Oehme: Nein. Das beweist die Entwicklung unseres Marktanteils. Auf Grund des intensiven Wettbewerbs und der Erlössituation haben wir unseren Marktanteil verringert.

  • Während etliche ihrer Konkurrenten seit längerem nach dem Staat rufen, weil sie erhebliche Verluste machen, erklärten Sie noch vor einem Jahr, es gebe keinen Grund, die Wettbewerbsverhältnisse in der Bundesrepublik zu verändern. Hat sich Ihre Meinung geändert?

Oehme: Nein. Ich habe diese meine Meinung in der Zwischenzeit auch wiederholt zum Ausdruck gebracht.

  • Es heißt, die Mineralölindustrie sei nicht in der Lage, die Probleme auf nationaler Ebene zu lösen, man müsse die Probleme deshalb auf europäischer Ebene anpacken. Ist das auch Ihre Meinung?

Oehme: Nein. Es gibt keinen einheitlichen europäischen Mineralölmarkt. Die Form der Märkte reicht vom straff dirigistisch geordneten französischen Markt bis zum liberalen Ölmarkt in der Bundesrepublik. Deshalb sind bleiche Maßnahmen in allen europäischen Märkten nicht sinnvoll.

  • Die Energiekommission der Europäischen Gemeinschaft warnte jüngst davor, daß Europa Anfang der achtziger Jahre über dreißig Prozent mehr Raffinerie-Kapazitäten verfügen wird, als es benötigt. Wie wollen Sie dieses Problem lösen?