Die ursprüngliche Wachstumsprognose für das inländische Bruttosozialprodukt von real fünf Prozent wird nach Ansicht der Bundesbank von der tatsächlichen Wirtschaftsentwicklung am Ende des Jahres 1976 erheblich übertroffen sein. Vor allem die Exportaufträge haben nach den Beobachtungen der Frankfurter Währungshüter stärker zugenommen als die gleichzeitigen Lieferungen. Aber auch die Investitionsneigung sei inzwischen merklich gewachsen.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden lieferte jetzt für die ersten sechs Monate bereits die Zahlen: Das Bruttosozialprodukt, das im ersten Halbjahr 1975 um fünf Prozent, im zweiten um 1,4 Prozent geschrumpft war, ist bis Ende Juni wieder um real sechs Prozent geklettert. Nominal, also die Preissteigerung eingerechnet, erhöhte es sich um 9,5 Prozent.

Briefe, Pakete, Fernschreiben und Telefongespräche, so verspricht der Bundespostminister, brauchen mindestens bis übernächstes Jahr nicht mehr teurer zu werden. Die Ertragsaussichten der Deutschen Bundespost, sagt Kurt Gscheidle, sind dank "konsequenter Rationalisierungs- und Sparmaßnahmen" günstig: In diesem Jahr sollen aus 29 Milliarden Mark Umsatz rund 800 Millionen Mark Gewinn kommen. Nach fünf Jahren mit roten Zahlen hatten die Postler 1975 erstmals wieder Gewinn gemacht: 630 Millionen. Ein Streit um Prinzipien ist in Rüsselsheim pragmatisch beendet worden und befriedigt darum keinen der beiden Partner. Der Vorstand der Opel AG konnte seine Personalpolitik nicht so durchsetzen wie gewünscht – nämlich Auftragsspitzen für Opel-Autos beliebig mit Sonderschichten abzutragen. Und der Opel-Betriebsrat, der seine Zustimmung zu diesen Sonderschichten auch von der Errichtung eines Ausgleichsfonds für spätere Kurzarbeit abhängig machen wollte, blitzte bei der (nach dem Betriebsverfassungsgesetz installierten) Einigungsstelle ebenfalls ab. Ihr Spruch: Nur zwei (statt der beantragten vier) Sonderschichten, und dafür ein paar Extravergütungen für die Arbeitnehmer. Kommentar des Betriebsrats: "Diktat der Einigungsstelle."

Die Luft in der Bundesrepublik wird nach Meinung des Battelle-Instituts sauberer. Im Jahre 1980, so prognostiziert das Frankfurter Institut, werden die Deutschen elf Prozent weniger Schwefeldioxyd, 30 Prozent weniger Kohlenwasserstoffe und 31 Prozent weniger Blei einatmen als heute. Zunehmen allerdings wird bis 1980 um rund neun Prozent die Stickoxid-Menge. xs