Beachtlich

„Eine Leiche zum Dessert“ von Robert Moore. In einem einsamen Landhaus geben sich die berühmtesten Detektive der Kriminalliteratur ein vergnügliches Stelldichein: der tough guy Sam Diamond alias Sam Spade (Peter Falk) ebenso wie die schrullige Miß Marbles alias Miß Marple (Elsa Lanchester), dazu der eitle Belgier Milo Perrier alias Hercule Poirot (James Coco), der soignierte Playboy-Detektiv Nick Charleston alias Der dünne Mann (David Niven) und natürlich auch das schlitzohrige Schlitzauge Sidney Wang alias Charlie Chan (Peter Sellers). Als Zeremonienmeister dieser parodistisch-ironischen Affäre bemühte man Truman Capote, der etwas mühsam schauspielert, und noch der Part des blinden Butlers ist mit Alec Guinness besetzt. Bei so viel Prominenz stellt sich, ähnlich wie bei Sidney Lumets „Mord im Orientexpreß“, eine gewisse Unterhaltsamkeit ganz von selbst her. Das Drehbuch des Boulevard-Königs Neil Simon verschafft den teuren Solisten etliche effektvolle Auftritte. Hans C. Blumenberg

Mittelmäßig

„Die Schlacht in den Wolken“ von Jack Gold. Leben und Sterben einer vorwiegend mit tragischen Twens besetzten britischen Fliegerstaffel während des Ersten Weltkriegs. Endlose grobschlächtig psychologisierende Dialogszenen wechseln mit ebenso langatmigen Luftkampf-Sequenzen, die man schon vor fünfzig Jahren, in William Wellmans „Wings“ (1927) und Howard Hughes’ „Hell’s Angels“ (1930) dynamischer und abwechslungsreicher erleben konnte. Völlig verschwendet ist hier das Talent des Hauptdarstellers Malcolm McDowell („Uhrwerk Orange“, „Royal Flash“). HCB

„Das Omen“ von Richard Donner. Die üblichen Kinderkrankheiten bekommt er nicht. Dafür macht der kleine Damien seinen Eltern (Lee Remick und Gregory Peck) andere Sorgen. Mal bricht er angesichts einer Kirche in hysterische Schreikrämpfe aus, mal trachtet er seiner Mutter heimtückisch nach dem Leben. Der böse Kleine, am 6. 6. um sechs Uhr morgens geboren, ist, so wollen Regisseur Donner und sein Drehbuchautor David Seltzer dem Zuschauer unmißverständlich klarmachen, ein Kind des Satans, das dem Übel auf dieser Welt endgültig zum Sieg verhelfen soll. Inhaltliche Parallelen zum „Exorzisten“ scheinen durchaus beabsichtigt und setzen sich schon ärgerlich bis in detaillierte Bildzitate fort. Die vier Millionen Dollar teure Spekulation mit dem Irrationalen, mit einem doppelt so hohen Werbeetat auf den Markt gebracht, ist zwar technisch sorgfältig, doch unoriginell und steril inszeniert. So vermittelt „Das Omen“ anstelle gruseligen Schauders eher gepflegte Langeweile.

Bodo Fründt

„Tag der Abrechnung“ von J. Lee Thompson. Ex-Kriminalreporter St. Ives (Charles Bronson) gerät in eine undurchsichtige Intrige um gestohlene Tagebücher, nach denen ein exzentrischer Millionär (John Houseman), arabische Scheichs, korrupte Polizisten, eine mörderische Schöne (Jacqueline Bisset) und ein paranoider Psychiater Maximilian Schell) auf der Jagd sind. Das ironische Spiel mit den klassischen Mustern der „detective novel“, das den Roman von Oliver Bleeck (alias Ross Thomas) kennzeichnet, wird in der Regie des Routiniers Thompson, die im Übermaß mit ausgefallenen Einstellungen und wilden Gegenschnitten arbeitet, nur zum reichlich krausen Kreuzworträtsel. Helmut W. Banz