I

„Es ist eine merkwürdige Station“, sagte Mr. Lopez und blickte dem Forschungsreisenden tief in die Augen. Er hatte sich kurz zuvor dessen Tisch genähert und ihn gebeten, sich zu ihm setzen zu dürfen.

Der Forschungsreisende hielt sich im Auftrage seiner Akademie seit einigen Tagen in der ein wenig verkommenen Provinzstadt auf – weit hinten im Gebirgsland der Staaten; er hattCsich in einem billigen Hotel am Rande der Sadt eingemietet, um in seinen freien Stunden in aller Ruhe die Materialien ordnen zu können, die er bei seinen Besuchen und Besichtigungen gesammelt hatte. Auch die Mahlzeiten nahm er im kleinen, bescheiden ausgestatteten Restaurant des Motels ein. Lopez erfuhr von seiner Anwesenheit durch einen der beiden Internisten der Stadt, dem der Forschungsreisende einen Besuch abgestattet hatte.

Eine Weile unterhielten sie sich über das Studienobjekt des Wissenschaftlers – es war eine Art soziologische Untersuchung. Lopez war auf dem Forschungsgebiet des Reisenden erstaunlich gut unterrichtet und auch über die neueren Entwicklungen auf dem laufenden. Er fing an, über sein Leben zu erzählen: Er hatte sich vor ungefähr fünfzig Jahren in diese entlegene Gegend zurückgezogen, nachdem er von seinem Vater 220 Millionen Pfund geerbt hatte und ihn in der Hauptstadt keine familiären oder geschäftlichen Verpflichtungen mehr zurückhielten. Er nannte die Summe „220 Millionen“, ohne auch nur im geringsten zu zögern; der Forschungsreisende gewann den Eindruck, daß ihm diese Zahl schon recht oft über die Lippen gegangen war, genauso wie auch der darauffolgende Satz, der ihn nicht wenig verwunderte: „Für mich ist diese Größenordnung gleichbedeutend mit der Pflicht, für die kommenden Geschlechter ein Zeichen zu setzen.“

Lopez merkte die Verblüffung des Forschungsreisenden nicht, sein Blick richtete sich in die Ferne. Ein wenig später sagte er: „Ich habe mein ganzes Leben und mein ganzes Geld geopfert, um. ein solches Zeichen zu setzen – ich habe es zumindest versucht. Ich werde aber nicht mehr lange leben, und mein Lebenswerk bleibt unvollendet. Doch – wer weiß – vielleicht gewinnt es gerade dadurch jene Dimension, die es zum Symbol erhebt.“

Der Forschungsreisende wußte nicht, was er darauf erwidern sollte; der Fremde hatte ihm den Zipfel eines Gedankensystems, möglicherweise einer Besessenheit gezeigt, die ihm unbekannt waren; „sehr viel Geld“ und „ein Zeichen für die kommenden Geschlechter“ waren für ihn Begriffe, über die und über deren mögliche Verbindungen und Konsequenzen er nie und nicht im entferntesten nachgedacht hatte.

„Ich hatte mit dem Bau meiner Station noch vor dem Krieg angefangen“, fuhr Lopez fort, „aber dessen Verlauf traf den Nerv meiner Grundkonzeption, ich mußte das Begonnene aufgeben und ganz von vorn anfangen. Doch war ich damals noch jung und gesund; die Korrektur meiner Pläne durch die Wirklichkeit konnte meine Begeisterung nicht schmälern. Und das um so weniger, als sich die Wahl des Standortes – es ist eine Gegend, in der sich seit Menschengedenken kein Erdbeben ereignet hat – als richtig erwies.“

Der Forschungsreisende konnte dem Gedankengang von Lopez nicht folgen; er hatte den Eindruck, daß dieser nach vielen ähnlichen Gesprächen kein Gefühl mehr dafür hatte, wo er eigentlich der Verständlichkeit halber mit seinen Eröffnungen hätte anfangen müssen, um seinem Gesprächspartner keine Rätsel aufzugeben.

„Mein Herr“, sagte er, „verzeihen Sie mir, ich kann Ihnen aber nicht recht folgen. Sprechen Sie von einem Denkmal, von einem Gebäude?“

Doch Lopez ließ sich nicht beirren, antwortete auf die Frage des Forschungsreisenden lediglich, daß es sich um einen unterirdischen Bau handele, und setzte dann seine Betrachtungen fort, als hätte er die Einwendung gar nicht gehört.

„Es wäre nur annähernd richtig, wenn ich den Zweck meiner Station als eine Chance des Überlebens für die Menschheit beziehungsweise als den Beweis, daß es eine solche Chance gibt, bezeichnete. Doch ist sie das nur unter anderem, nur nebenbei, nur zufälliger- und auch unzulänglicherweise, aus einer Koinzidenz, die ich ursprünglich gar nicht vorausgesehen habe. Wenn ich imstande gewesen wäre, meine Absichten genau zu formulieren, hätte sich vielleicht der ganze Bau erübrigt. Es war ein Bild in mir, ein Gefühl, das sich dem sprachlichen Ausdruck entzog, das nur dargestellt werden konnte, indem ich den Versuch unternahm, eine Projektion meiner Idee in der Wirklichkeit zu erschaffen.

Ein scharfsinniger Mann, es war übrigens ein Psychiater, dem ich den Bau vor einigen Jahren gezeigt habe, meinte, daß ich die ewige Sehnsucht der Menschen, in vollkommener Sicherheit, Geborgenheit und Unabhängigkeit zu leben, in Beton zu gießen versucht hätte. Auch das ist eine weithergeholte, behelfsmäßige Interpretation; sicher, es trifft schon zu, ist aber nicht alles. Die einzige Definition, die ich mir in den letzten Jahren habe zurechtlegen können, beschreibt weniger die Station als meinen Affekt: Es ist mein Lebenswerk, es ist ein Zeichen der Zeit. Doch selbst diese Definition stammt aus den letzten Jahren; sie ist nicht am heutigen Tage geboren und verfehlt vielleicht heute schon das Eigentliche. Ein Kardinal meinte, die Station sei eine neue Arche Noah. Finden Sie das nicht einfältig?“

Die Stille wurde unbehaglich, der Soziologe fühlte, daß er sich jetzt irgendwie äußern mußte.

„Mein Herr“, sagte er, „ich verehre Sie sehr, aber, um aufrichtig zu sein: ich verstehe nicht, weshalb Sie mir das alles erzählt haben; und ich begreife immer noch nicht, worüber Sie sprechen.“

„Das liegt doch auf der Hand. Ich sagte schon, daß ich unheilbar krank bin. Vor elf Monaten wurde an mir eine Operation unternommen, die indes nur aufschiebende Wirkung gehabt hat; meine Tage sind gezählt. Auf der anderen Seite: Sie sind ein Vertreter der Akademie, die möglicherweise als Erbin und Verwalterin meiner Station in Frage käme. Ich will Ihnen die Station zeigen, ich will Sie darum bitten, der Akademie einen Bericht zu erstatten. Es wäre für mich ein unerträglicher Gedanke, daß die Station nach meinem Tod in Vergessenheit geraten und mit der Zeit verfallen könnte. Sind Sie bereit, mit mir morgen früh einen Ausflug zu machen? Ich würde Sie gegen halb fünf mit meinem Landrover abholen. Es wäre ein Dienst an einem vom Tode Gezeichneten. Kommen Sie?“

„Gern. Selbstverständlich. Ich wäre Ihnen aber sehr dankbar, wenn Sie mir doch etwas Näheres mitteilen könnten. Was für eine Station ist das?“

„Sie werden sehen“, sagte Lopez. „Es ist eine merkwürdige Station.“

Der Septembermorgen war kühl; als die Sonne einige Minuten nach fünf hinter einem Bergkamm aufging, waren die Ausflügler schon etwa vierzig Kilometer von der Stadt entfernt und fuhren talwärts. Der Forschungsreisende erblickte auf einem Bergrücken das grandiose Fundament eines Gebäudes; doch waren die Eisenstäbe, die aus den Betonpfeilern herausragten, verbogen und verrostet.

„Schauen Sie nicht hin“, sagte Lopez, „das war der erste Anlauf beim Bau der Station. Ich konnte mich nicht entschließen, das Fundament sprengen zu lassen. Ich habe die Arbeit aufgegeben, als die Atombombe über Hiroshima gezündet worden war. In jenem Augenblick erschien mir alles, was sich über der Erde befand, verletzlich und überholt. Zumindest alles, was von Dauer sein sollte. Hier“, er zeigte auf den gegenüberliegenden Berg, „hier, in mindestens fünfhundert Meter Tiefe unter der Oberfläche, befinden sich die Verbindungswege, Arbeitsräume, Maschinenhallen und Vorratslager der neuen Station. Wenn Sie jetzt nach rechts blicken, sehen Sie einen kleinen Hügel; das sind die Gesteinsmassen, die wir bei der Aushöhlung des Berges abgelagert haben. Das war vor ungefähr zehn Jahren; die Ausdehnung der Höhlen hat sich seither nicht geändert, höchstens die Bestimmung der einzelnen Räumlichkeiten: Manches war überflüssig, anderes wiederum notwendig geworden. Wir haben großzügig geplant, die drei obersten Stockwerke erhielten bisher noch überhaupt keine Funktion. Die inneren Arbeiten gingen damals freilich weiter; sie wurden erst vor zwei Jahren eingestellt – als ich erkrankte. Nach dem Abbruch kam ich nie mehr in die Lage, auch nur das Versäumte wieder aufzuholen; die Station ist seither beinahe tot. Aber – wir sind da. Es gibt insgesamt acht Eingänge, für Besichtigungen ist dieser bestimmt.“

Lopez öffnete das Schloß einer ungefähr zwanzig Zentimeter dicken Stahltür, trat in den Korridor und drückte einen Hebel herunter; im Gang flammten vor den Besuchern Neonröhren auf. Schon nach zehn Metern mußten sie nach rechts abbiegen, nach weiteren zehn Meter nach links; das taten sie dann immer wieder während ihres gut zwanzig Minuten dauernden Fußmarsches im Korridor; der Forschungsreisende war zuletzt als Kind, während des Krieges, durch ähnlich verwinkelte Korridore gegangen – vor den Luftschutzkellern. Dann traten sie hinter einer weiteren Stahltür in einen Umkleideraum; sie legten ihre Oberbekleidung und die Schuhe ab; Lopez holte aus einem Schrank weiße Kittel, Kopfbedeckungen, kahnartige Pantoffeln und Gesichtsmasken hervor. „Die Station ist hermetisch verschlossen und so gut wie steril“, sagte er, „wir dürfen an diesem Zustand nichts ändern. Zum Mittagessen kehren wir in diesen Raum zurück, unsere Kleidungsstücke schicke ich mit einem Lift fünf Etagen tiefer zum Ausgang.“

„Haben Sie keine Angst“, fragte der Forschungsreisende, „daß der elektrische Strom plötzlich ausfallen könnte und daß Sie dann nie mehr imstande wären, die Station zu verlassen?“

„Nein“, antwortete der Gastgeber. „Seien Sie unbesorgt. Die elektrische Versorgung kommt zwar von außen, bei einem Ausfall schaltet sich jedoch automatisch ein Notaggregat ein. Innerhalb von vierundzwanzig Stunden kann dann ein Atomreaktor in Betrieb genommen werden, die Brennelemente reichen, gehen wir einmal von der Annahme aus, daß sich hundert bis hundertdreißig Menschen in der Station aufhalten, für achtzig Jahre. Hier“ – er holte aus seinem Rucksack ein dickes Papierkonvolut hervor – „hier sind die Pläne und Grundrisse der Station. Das Kraftwerk befindet sich in der untersten Etage; Sie könnten es selber finden und in Betrieb nehmen, Sie fänden unten eine detaillierte Anleitung dafür. Das meiste geschieht ohnedies automatisch.“

III

Es begann ihre Wanderung durch den unterirdischen Irrgarten – für den Forschungsreisenden schien die Station ein solcher zu sein, ja selbst Lopez mußte von Zeit zu Zeit in Grundrisse und Querschnitte blicken, um den kürzesten Weg herauszufinden. Er zeigte seinem Gast zunächst eine riesige Gemeinschaftsküche mit allen erdenklichen Ausrüstungen, mit Wandschränken, die voller Porzellangeschirr, voller Töpfe und Pfannen, mit Truhen, die voller Messer, Löffel, Gabeln waren, mit Geschirrspülautomaten von Zimmergröße und mehreren Kühlhallen, deren Temperatur, wie er sagte, von vier bis minus zwanzig Grad einzustellen war. Es folgten Kuhställe mit Boxen für achtzig Kühe, Gewächshäuser von Kathedralenausdehnung; sie durchschritten die Säle und Kammern der Krankenstation, gelangten in die voll ausgerüsteten Operationssäle, in die Bestrahlungsabteilung, in die Laboratorien mit blitzblanken Geräten, in die turnhallengroße Zentrale der Laboratorien, deren Wände mit Schalttafeln und Monitoren bedeckt waren; einige davon arbeiteten still vor sich hin, zeigten unverständliche Kurven und Zahlen, in einer Ecke blinzelten gelbe und grüne Leuchtknöpfe.

„Von hier aus wird auch die Wasser- und Luftumwälzung der ganzen Station überwacht“, sagte Lopez, „es sind geschlossene Systeme mit unzähligen Filtern und Aufbereitungsanlagen, der Nachschub von außen beschränkt sich auf minimale Wasser- und Luftmengen, die je nach den auf der Oberfläche herrschenden Bedingungen von den letzten Rückständen radioaktiver Stoffe, biologischer und chemischer Waffen befreit werden können. Ich habe an alles gedacht, ich hatte unendlich viel Zeit dazu, so viel Zeit, wie ein Leben eben hergibt, ich hatte nichts anderes zu tun, selbst in meinen Träumen beschäftigte ich mich mit den Problemen der Station, um ihre perfekte Unabhängigkeit von der Außenwelt zu gewährleisten. Ich habe weder an Geld noch an Kräften gespart, und die Station ist zu einer ganzen, selbständigen Welt geworden. Es ist meine Welt – und zugleich eine Welt für sich.“

Nach einer kurzen Mittagspause – Lopez hatte in seinem Rucksack Proviant mitgebracht – setzten sie ihre nichtendenwollende Tour durch die Hallen fort, sie kamen zu den Filteranlagen, warfen einen Blick auf die in meterdicke Bleibehälter versenkten Uranbrennelemente des Atomkraftwerks, ließen sich von Fahrstühlen in die Höhe heben und in die Tiefe senken; der Forschungsreisende begann, den Überblick zu verlieren.

„Finden Sie nicht“, fragte Lopez zwischendurch, „daß die Station doch etwas mehr, etwas anderes ist als ein bloßer Überlebensbunker?“

„Doch, doch.“

„Mit dem Überleben wäre ja eigentlich nichts gewonnen. Hundert oder meinetwegen zweihundert Menschen könnten hier sicherlich einen totalen Atomkrieg überdauern, auch die darauffolgende Zeit der radioaktiven Verseuchung, gewiß. Aber früher oder später gingen die Reserven doch zur Neige, die Überlebenden müßten auf die Oberfläche eines verwüsteten, tier- und pflanzenlosen Planeten treten – sie könnten die Geschichte der Menschheit nicht einmal beim Steinzeitalter neu beginnen. Es gäbe nichts auf dieser Erde, oder wenn doch, so wäre das wahrscheinlich eine andere Welt mit unbekannten Pflanzen und nie gesehenen Tieren. Mit Ungeheuern wahrscheinlich, mit ungenießbaren Früchten. Diese neue Welt brauchte ein anderes vernunftbegabtes Wesen, andere Verdauungssäfte, andere Blutbestandteile, Organe mit anderen Funktionen. Nein, um das Überleben zu sichern, müßte man ganz andere Maßnahmen ergreifen. Ich sagte schon: daß die Station auf den ersten Blick als eine Chance fürs Überleben erscheint, ist eine zufällige Koinzidenz, ein Abfallprodukt des eigentlichen Konzepts. Als letzte Zuflucht wäre sie nichts weiter als eine grandiose Falle.“

Sie gelangten in die Bibliothek, die an sich ein kleines Universum darstellte.

„Mit der Bibliothek habe ich mir besonders viel Mühe gegeben“, sagte Lopez; „es sind natürlich auch die großen Werke der Weltliteratur da, vor allem aber Enzyklopädien, naturwissenschaftliche Bücher und Zeitschriften, Physik, Chemie, Biologie und Medizin.“

Die Regale reichten bis zur Decke, hie und da standen Tischchen mit bequemen Sesseln und Leselampen. Je weiter sie indes vordrangen, um so unordentlicher wurden die Räume, ja in den letzten türmten sich nur ungeöffnete Kisten. „Ich bin nicht mehr dazu gekommen, diese Sendungen auszupacken und einzuordnen; auch liefen die Bestellungen aus. Doch bis zur Zeit meiner Erkrankung ist alles vorhanden, die damals letzten Erkenntnisse aller Wissenschaften der Menschheit. Nun ja. Sind Sie müde? Kommen Sie, ich habe hier in der Nähe der Bibliothek ein kleines Büro, und da gibt es auch ein paar Flaschen Whisky.“

„Sie haben nun das Wichtigste gesehen. Es ist Platz, Lopez schenkte ein. Sie stießen an und tranken. Lopez sagte:

„Sie haben nun das Wichtigste gesehen. Es ist für mich ein Rätsel, wieso Sie von der Station nichts gewußt haben. Tausende von Arbeitern, Hunderte von Wissenschaftlern haben bei ihrem Bau mitgewirkt. Hunderte von Wissenschaftlern sind durch diese Hallen und Korridore gegangen. Die Welt aber weiß nichts von ihrer Existenz. Ich kann mir das nur so erklären, daß die Station für die anderen nicht von der gleichen Überzeugungskraft war wie für mich, daß sie ihnen nicht einleuchtete wie mir. Sonst hätte sich die Kunde über sie verbreitet, und sicher hätten auch Sie etwas über den Bau gehört. Daher meine innige Bitte: verfassen Sie Ihren Bericht an die Akademie in der Form eines eindringlichen Appells. Nähme sie sich der Station nicht an, wäre alles umsonst gewesen, alles vertan, ein ganzes Leben für nichts und wieder nichts.“

„Das werde ich gerne tun“, sagte der Forschungsreisende. „Sie würden mir aber meine Aufgabe wesentlich erleichtern, wenn Sie mir in einem Satz sagen wollten, was der Sinn der Station ist.“

„Der Sinn?“ fragte Lopez. „Mein Herr, Sie haben mich mißverstanden. Was soll dieser Begriff aus der längst verflossenen Epoche des Glaubens? Wir mahlen in zwei verschiedenen Mühlen. In früheren Zeiten mag man sich, berauscht von der verheißungsvollen Tiefe der heraufziehenden Jahrhunderte und im Einklang mit einer sinnvoll erscheinenden Geschichte, diese Frage gestellt haben. Doch heute wissen wir, daß Zeichen der Zeit für den Nachfahren immer sinnlos sind und bestenfalls zu Touristenattraktionen degradiert werden. Dieses Bewußtsein lähmt alle unsere Bewegungen; trotzdem bauen wir, nicht weil wir mit der Geschichte im Einklang sind, sondern weil wir uns gegen sie empören. Wenn Sie die Frage also auf diese Weise stellen, so muß ich sagen: die Station ist vollkommen sinnlos.“