DIE ZEIT

Neuer Mann im Weißen Haus

Amerika hat seine Wahl getroffen: Neuer Präsident der Vereinigten Staaten wird der Demokrat Jimmy Carter. Am 20. Januar wird der ehemalige Gouverneur von Georgia seinen Amtseid leisten.

Aufruhr um Reaktoren

Seit den Zusammenstößen im badischen Wyhl wissen wir, wie sehr der Bau von Kernkraftwerken die Bevölkerung erregt. Zuletzt wat dies am vergangenen Wochenende zu spüren – in Brokdorf in der schleswig-holsteinischen Marsch.

Lebers schlechtes Lehrstück

Der höchstdekorierte Offizier der Hitlerschen Wehrmacht, Hans-Ulrich Rudel, einst Oberst und Kommodore des Stuka-Geschwaders "Immelmann", hat dreißig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik einen solennen Skandal ausgelöst.

Krieg in Irland

Tag für Tag wird in Irland geschossen, gebombt, gestorben. Seit Jahren tobt im Nordwestzipfel der Europäischen Gemeinschaft ein unerklärter Kleinkrieg.

Bundeswehr: Die Generäle von gestern

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Hermann Schmidt, hatte im Frühjahr einen alljährlich vielfach wiederkehrenden Vorgang auf den Tisch bekommen: Das Aufklärungsgeschwader 51 "Immelmann" in Bremgarten bei Freiburg bat um die Genehmigung, im Oktober, ein Traditionstreffen mit den überlebenden Trägern des Geschwadernamens aus dem Zweiten Weltkrieg, den "Immelmännern" vom einstigen Sturzkampfgeschwader 2, veranstalten zu dürfen.

Worte der Woche

"Die Sozialdemokraten würden jetzt, wenn sie allein die Mehrheit bekommen hätten, eine nicht sehr viel andere Politik machen können unter den objektiven Gegebenheiten, unter denen Politik gemacht wird in der Bundesrepublik Deutschland als die, die wir mit den Freien Demokraten gemeinsam machen.

Zeitspiegel

Hat sich der südafrikanische Premier mit der Transkei ein Kuckucksei ins Nest gelegt? Eine Woche nach der sogenannten Unabhängigkeit dieses ersten schwarzen Homelands in Südafrika, als Prüfstein für die Apartheidspolitik Pretorias gedacht, entpuppt sich der unmündige Zwergstaat als doch nicht so willfährig, wie seine Erfinder es sich dachten.

Terroristen, Polizisten und Soldaten

Viele zitterten am Montag dem Begräbnis von Maire Drumm entgegen, der militanten Republikanerin, die ihr Leben im Kampf um ihre Vorstellung von Irland gelassen hat.

Polen: Gierek unter Druck

Edward Gierek reist in den nächsten Tagen nach Moskau; eine Stockholmer Journalistin darf wegen unfreundlicher Berichte nicht einreisen; Stefan Kisielewski, ein betagter katholischer Schriftsteller und offenherziger Regimegegner, darf wegen seiner losen Feder nicht ausreisen; immer noch sind nach amtlichen Angaben 78 Verurteilte in Haft, die an den Juni-Streiks beteiligt waren; gefälschte Erklärungen des Intellektuellen-Komitees zur Unterstützung der Arbeiter sind in Umlauf – Meldungen aus Polen von zwei Tagen.

Schmiergelder und Präsente aus Südkorea

Im Oktober mußten 17 nordkoreanische Diplomaten ihre skandinavischen Gastländer verlassen, weil sie bei illegalen Nebengeschäften mit Rauschgift, Alkohol und Zigaretten erwischt wurden.

Noch mehr Vollmachten für Indira Gandhi

Sechzehn Monate nach Verhängung der Notstandsmaßnahmen in Indien ist eine Rückkehr zur Demokratie nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Wahlen sind wieder verschoben worden.

Portugal: Triumph für Soares

Montagabend, Allerheiligen, 17 Uhr, Start mit dem Wagen aus Montemor-o-Novo nach Lissabon: Rund einhundert Kilometer in einer einzigen Autoschlange – der übliche Verkehr auf den Strecken von und nach Lissabon.

Revolutionäres macht nur Angst

Fast so schwer wie die Krise selbst drückt auf Italien das Dilemma seiner beiden großen "Krisen-Manager", der christdemokratischen und der kommunistischen Partei.

Frankreich: Milliardär auf Staatskosten

Läge Paris im Morgenland, wäre es wie ein Märchen aus 1001 Nacht: Die Geschichte von dem geheimnisvollen Mann, der mit fliegenden Teppichen handelte und dabei so reich wurde, daß keiner mehr wagte, ihm seine seltsamen Geschäftsmethoden anzukreiden.

Schwertertanz im Fatahland

Das Kaleidoskop. der wechselnden Fronten im Libanon bestätigt die Grundregel aller Nahostpolitik: Alles ist möglich, nichts ist von Dauer – bis auf die unverrückbare Konstante des israelisch-arabischen Konflikts.

Sie kämpfen weiter

Gehen Sie in die Kirche von Wewelsfleth, dort hängt ein Bild von Henneke Wulff, er ist unser Patron." Rolf Hellerich, ein biederer Landwirt aus der Wilstermarsch, ballt die Faust.

Feuerwehr: Krankenauto für Türken

Oberbrand-Direktor Achilles will "gerne mithelfen, schönen, idealen Vorstellungen eine solide Grundlage zu verschaffen". So formuliert es abwägend der Chef von Frankfurts Feuerwehren, wenn er danach gefragt wird, was er davon hält, daß Mustafa Balduk bei ihm einen ausrangierten Krankenwagen kaufen will.

CSU in Bedrängnis: Sie untersuchen und untersuchen

Die strahlendsten Triumphe ihrer Parteigeschichte konnte Bayerns Christlich Soziale Union in den vergangenen zwei Jahren einheimsen: mit 62,1 Prozent bei den Landtagswahlen 1974 und 60 Prozent bei der letzten Bundestagswahl erzielte sie Traumergebnisse.

Volkshochschule: Krimi in der Provinz

Göttingens Volkshochschule hat ihr Programm überraschend erweitert. Die populäre Schwester der traditionsreichen Georgia-Augusta-Universität inszeniert jetzt Krimis selber.

Zeitliches aus Hamburg: Herr Vogel und die soziale Frage

Der Name Anna M. Vogel ist ein Begriff in Hamburg. Die alte Dame besitzt eines der größten Wohnungsunternehmen. Ganze Straßenzüge gehören ihr, darunter so markante Bauten wie das Spiegel-, das IBM- und Gruner-und-Jahr-Haus, zwei Hochhäuser, die am Ufer der Außenalster emporragen und teure Suiten an der Prachtstraße Bellevue.

Sonderschule: Alle wollen Frau Entholt

Das Wort Katastrophe steht zweimal im Brief. Der Absender ist ein Vater, der Empfänger der Bremer Schulsenator Thape. Der Vater, ein Elternsprecher der Sonderschule für geistig behinderte Kinder in Bremen-Nord, schrieb dem Senator, für Kinder und Eltern sei es eine Katastrophe, daß Helga Entholt nicht mehr unterrichten dürfe.

Ferlemann und das Milchmädchen

Früher erzählte man es sich hierzulande als Kuriosum: In den USA konnten es die Gewerkschaften durchsetzen, daß trotz der Umstellung von Dampf- auf Dieselloks weiterhin ein Heizer mitfahren mußte, obwohl es für ihn keine sinnvolle Tätigkeit mehr gab.

Der Schachzug des Walter Arendt

Den über zwanzig Millionen Beitragszahlern der gesetzlichen Krankenversicherung mußte es wie ein verfrühtes Weihnachtspräsent anmuten: Nach einer langen Serie von Kostenexplosionen und Prämieninflationen im Gesundheitsbetrieb der Nation verkündeten die Kassenchefs zu Beginn der vergangenen Woche unisono das Ende der Sturm- und Drangzeit.

BONNER KULISSE

Auf der vierten Welthandelskonferenz hatte sich Bonn unter großen Vorbehalten bereit erklärt, über dieses Programm und einen gemeinsamen Finanzierungsfonds dafür zu verhandeln, allerdings nach einem bestimmten Terminplan.

Paketversand: Die Post wird munter

Während die Postgewerkschaft nimmermüde ein staatliches Monopol nicht nur für den Brief-, sondern auch für den Paketversand fordert, denkt Postminister Kurt Gscheidle vorerst nicht daran, der lästigen privaten Konkurrenz mit dem Knüppel des staatlichen Monopols zu drohen.

Lohnrunde 1977: Der programmierte Konflikt

Empört schlugen die Gewerkschaften zurück: "Es kann keinesfalls so sein, daß den Arbeitnehmern und ihren Gewerkschaften auf Dauer zugemutet wird, eine neue Verteilungsungerechtigkeit zuzulassen, zumal eine weitere Verschiebung zugunsten der Unternehmergewinne keine Gewähr für arbeitsplatzschaffende Investitionen bietet", heißt es in einer Stellungnahme des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Mineralölindustrie: Risse notdürftig gekittet

Nicht Triumph, wohl aber Befriedigung, empfindet VEBA-Chef Rudolf von Bennigsen-Foerder nach der jüngsten Vorstandssitzung des Mineralölwirtschafts-Verbandes, dem er seit Sommer vorigen Jahres präsidiert.

Spielbanken: Der Staat gewinnt immer

Das ist, klagt Karl-Adolf Willmann, Geschäftsführer der Casino Travemünde GmbH, "jetzt schon die reine Invasion". Nicht die hohe Besucherzahl meint der Spielbanken-Mann, sondern die Zahl der neueröffneten Casinos – die Gründerzeit ist angebrochen.

Spiel mit der Krise

Am Ausgang des Persischen Golfes stoßen zwei Supertanker zusammen, und blockieren für Wochen den Zugang zu arabischen und iranischen Ölquellen.

Steuerlast: Woanders noch viel schlimmer

Sozialversicherungsbeiträge und Steuern sind für die meisten Bundesbürger zur ärgerlich schweren Last geworden. Aber auch wenn es anderen Anschein hat: Das Finanzamt hat in den vergangenen Jahren nicht immer nur kräftiger hingelangt.

MANAGER UND MÄRKTE

Spielzeug: Unverdrossener Retter Anzeigenboom – zuviel des Guten? Schiffbau: Langer, harter Winter

ZEITRAFFER

Trotz einer saisonalen Sommerflaute, die ausgeprägter war als sonst, haben sich die "konjunkturellen Auftriebskräfte gefestigt".

Freiheit – solange die Kasse stimmt

Ein Bericht über das Wetter in der Sowjetunion hat bei der Lokalzeitung von Wichita im Staate Kansas durchaus die Chance, als Dreispalter auf der Titelseite zu erscheinen.

Liebesgrüße vom Rathaus

Von Otto Graf Lambsdorff, dem wirtschaftspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, stammt der Satz: "Wer kein Geld hat, soll kein Bankgeschäft betreiben.

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