Karl J. Walde: „Guderian“; Ullstein Verlag, Frankfurt/M.-Berlin-Wien 1976; 343 S, 29,80 DM.

Wenn man diese Bücher zusammen liest, wird eines klar: Das so sehr verschiedene Schicksal ihrer Helden hatte mehr mit Glück und Pech zu tun als mit Verdienst und Würdigkeit.

In Ansatz und Absicht sind es sehr verschiedene Bücher. Macksey und Walde sind Berufsoffiziere und Militärhistoriker (der eine Engländer, der andere Schweizer), und ihre Bücher sind Bücher von Eingeweihten für Eingeweihte, voller fachmännischer Bewunderung, politisch eher unkritisch.

Für beide Autoren hat Guderian eigentlich nie etwas falsch gemacht; und soviel stimmt ja, daß er als Theoretiker und Praktiker des Panzerkrieges weltweit unübertroffen, vielleicht unerreicht gewesen ist. Als kommissarischer Generalstabschef nach dem 20. Juli 1944 allerdings hat er nicht geglänzt; viel Gelegenheit zum Glänzen gab es damals freilich auch nicht mehr. Politisch war er der typische Nur-Soldat – wie im Grunde auch Rommel, dessen Widerstandsrolle wohl von der Legende etwas übertrieben worden ist. Aus Heckmanns Buch jedenfalls gewinnt man diesen Eindruck.

Heckmann ist Journalist, und sein Buch ist in erster Linie eine Kriegs- (oder Antikriegs-) reportage, mehr Schlachtengemälde als strategische Analyse, fleißig recherchiert (was gelegentliche Ungenauigkeiten nicht ausschließt), lebhaft und etwas salopp auf Effekt geschrieben. Rommel kommt dabei nicht besonders gut weg. Wie Heckmann ihn darstellt, war er ein bißchen Hasardeur, ein bißchen Primadonna und übrigens, was nicht allgemein bekannt war, ein ziemlich unerträglicher Vorgesetzter; immerhin ein Frontgeneral mit dem „Gespür einer edlen, aber von der Natur zum Töten bestimmten Raubkatze“.

Frau Jodls Buch schließlich, schon in den vierziger Jahren geschrieben, aber erst jetzt veröffentlicht, ist die Klage und Anklage einer tragischen jungen Witwe (sie hatte den lange verehrten und heimlich geliebten General erst Anfang 1945 geheiratet) und handelt, dem Untertitel zum Trotz, mehr von ihrem eigenen Leben als von dem ihres Gatten. Aber auch damit sind wir mitten im Generalsmilieu der Hitlerzeit: In den dreißiger Jahren war die geborene Luise von Benda Sekretärin zweier Generalstabschefs gewesen, Becks und Halders, und die innerbetrieblichen Einblicke aus der Damenperspektive, die sie gewissermaßen mitliefert, haben Lebensfarbe, mehr als manches militärische Fachwerk.

Eine Einheitswelt