Von Thomas Rothschild

Du sagst: das Eingeständnis unserer Fehler / nütze dem Feind Gut. Aber wem nützt unsere Lüge?

Wolf Biermann: "Frage und Antwort und Frage", in "Mit Marx- und Engelszungen", 1968.

Wem nützen, wem schaden seine Texte? Der Sache des Imperialismus oder des Sozialismus, dem Frieden oder dem Krieg, der Freiheit oder der Unterdrückung – wem dient Biermann?" So schrieb Oskar Neumann in den "roten blättern" des (der DKP verbundenen) MSB-Spartakus im Februar/März 1976.

"... scheint Biermann sich unterderhand den Billigkeitserwartungen des Unterhaltungsgeschäfts akkomodiert zu haben." So schrieb Peter Rühmkorf in der (der DKP nicht verbundenen) "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am 29. Mai 1976.

"In diesem Zusammenhang gewinnt es eine erhöhte Bedeutung, daß Biermann seit einigen Tagen das beherrschende Thema aller bundesdeutschen Fernsehkanäle ist... Nur der selbsternannte ‚Kommunist‘ Biermann – der hat ausgerechnet bei diesen Anstalten freie Bahn." So stand es in der "UZ", der Zeitung der DKP, am 20. November 1976.

"Unverständlich ist dagegen, daß der Fernsehzuschauer in manchen Sendebereichen seit Tagen mit Ausschnitten aus dem Kölner Biermann-Auftritt geplagt wird." So Heinrich Windelen, stellvertretender Chef der einstigen gemeinsamen CDU/CSU-Fraktion, zitiert nach der "Frankfurter Rundschau" am 20. November 1976.