Jeder Spielsalon, der etwas auf sich hält, besitzt ein Telespiel. Man wirft ein Markstück ein und schon erscheinen am rechten und linken Bildrand eines normalen Fernsehschirms zwei weiße Punkte. Das sind die beiden Tennisspieler, die per Knopf gesteuert werden. Ein Laufpunkt schießt aus dem Bild, knallt mit einem hellen Bonggeräusch an die obere oder untere Bildbegrenzung, prallt dort in unbekanntem Winkel ab und saust auf den gegenüberliegenden Rand zu. Nun muß der Gegenspieler reagieren. Gelingt es ihm, seinen Spielpunkt so zu plazieren, daß er den heranfliegenden Ball berührt, wird dieser zurückgeworfen und der andere Spieler muß ihn haschen. – Ein reines Reaktionsspiel. Wer schnell schaltet, hat mehr von seiner Mark, denn nach 15 Schüssen ins Aus ist die Freude vorbei.

Dieses Telespiel holen sich immer mehr Leute ins Haus. ODYSSEE hieß das erste. Der amerikanische ITT-Konzern brachte es vor drei Jahren auf den Markt. Das Gerät war gut, kam aber zu früh und war zu teuer (rund 400 Mark). Inzwischen aber ist die Technik besser und das Spiel billiger.

Philips brachte zuerst eine neue Version auf den Markt: Ein komplettes Odysseepaket mit zehn verschiedenen Spielprogrammen.

Mittlerweile gibt es vier Ergänzungssätze: Die Trainingswand, die bei den anderen Herstellern meist Pelota genannt wird, ist ein Einpersonenspiel. Der elektronische Ball wird von dem Lichtpunkt, den der Spieler steuern kann, an einen senkrechten Strich geworfen, von dem er wieder zurückprallt. Beim Autoslalom schlängeln sich zwei Wellenlinien, deren Abstand und Windtempo gesteuert werden kann. Der Lichtpunkt ist das Auto, das so gedenkt werden muß, daß die "Fahrbahnränder" nicht berührt werden. Beim Tontaubenschießen muß man den aus dem Bildrand schießenden Lichtball erwischen, bevor er auf der anderen Seite verschwindet. Schließlich kann man noch – zu zweit – ein Phantom jagen: Wer einen kurz aufleuchtenden Lichtfleck zuerst mit seinem "Spieler" ansteuern kann, darf sich einen Punkt gutschreiben.

Das stärkste System ist derzeit das VIDEO 3000. Kein Kassettenfummeln mehr: Das gewünschte Spiel wird mit einem Schalter gewählt. Sofort spielbar sind vier Programme: Die Pelotawand, Squash und Tennis: Ein Ball und zwei Spielpunkte, die gesteuert werden. Das eleganteste und aufregendste Spiel aber ist Fußball. Nicht über den ganzen seitlichen Bildschirmrand kann der Ball ins Aus fliegen, sondern weiße Linien neuen ein enges Tor ein. Außer dem Torwart hat jeder Spieler noch einen Stürmer, den er bewegen kann. Und dieser lauert wie Müller vor dem gegnerischen Tor, um Abstaubererfolge einzuheimsen.

Die beiden weiteren Programme heißen Tontaubenschießen (ein Lichtpunkt startet links und verschwindet rechts) und Treibjagd: Ein Licht-Häschen rennt im Zickzack über das Bild.

VIDEO 3000 unterscheidet sich von bisherigen Geräten durch zwei Verbesserungen: Wie in den Spielsalons wird jeder Prall an die Wand und jede Berührung zwischen Ball und Schläger mit einem Bongton untermalt. Außerdem werden die Treffer eingeblendet. Doch dafür muß man ein Zusatzgerät kaufen.