Nach vielen Pannen und hohen Verlusten arbeitet die Milliarden-Anlage jetzt mit Gewinn

Von Heinz Blüthmann

Bundespräsident Gustav Heinemann brauchte – bei der Eröffnung des neuen Rhein-Main-Flughafens im Jahre 1972 – nur wenige Minuten auf eine Bestätigung für seine zwiespältigen Gefühle zu warten.

„Eine großartige Anlage“, so, hatte Heinemann damals zwar gemeint, aber zweifelnd hinzugefügt: „Hoffentlich ist sie nicht gigantisiert worden.“ Als er kurz danach mit einem Druck auf den roten Knopf die computergesteuerte Fluginformationsanlage des brandneuen und 1,4 Milliarden Mark teuren Terminals startete, reagierte die Elektronik unwillig: Sie kündigte auf den schwarzen Anzeigetafeln Flüge an, die in keinem Flugplan standen – so beispielsweise nach Timbuktu. Es blieb nicht die einzige Panne.

Fast fünf Jahre benötigte die Flughafen Frankfurt AG (FAG) für den Nachweis, daß sie den „Airport der Zukunft“ (Titel der FAG-Festschritt zur Inbetriebnahme) wenigstens finanziell bewältigt hat. Erstmals nach fünf Verlustjahren, so teilte Vorstandschef Erich Becker in der letzten Woche mit, ist für 1976 ein Gewinn von „mindestens 17 Millionen Mark“ zu erwarten.

So weit die finanzielle Durststrecke auch reichte, sie war erheblich kürzer, als selbst Optimisten bei der Eröffnung des „Lufttores zur Welt“ (FAG-Werbung) erwartet hatten. „Gewinne“, meinte damals Frankfurts Oberbürgermeister und FAG-Aufsichtsratsvorsitzender Rudi Arndt, „werden erst wieder um 1990 erwartet.“

Und der hessische Ex-Staatssekretär Alfred Härtl rechnete in einer Studie „zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit“ für den Flughafen bis 1977 mit Verlusten von zusammen 322,6 Millionen Mark. Tatsächlich sind bis jetzt aber „nur“ 132 Millionen Mark aufgelaufen, mit deren Abbau schon in diesem Jahr begonnen werden kann.