Ein auf die Person bezogener Erfolg erscheint ihm zu "anfällig". Und so sagt er über den Ex-Kollegen Lutz: "Ich bewundere ihn sehr, nicht aber seinen Management-Stil."

Freilich fehlt Waters zu erfolgversprechenden Auftritten auch eine wichtige Voraussetzung: Er spricht – noch – nicht Deutsch. Nicht, daß er das für unwichtig hielte, im Gegenteil, aber da – er sagt es englisch – "habe ich die meisten Schwierigkeiten".

So ein Satz ist natürlich auch eine Höflichkeitsadresse an die Umgebung. Doch Waters, der ganz anders als sein poltriger Vorgänger John P. McCormack ständig auf Zurückhaltung bedacht ist, bringt es fertig, sogar Floskeln ihre Blässe zu nehmen. Außerdem, andersherum betrachtet, leuchtet der Satz sogar ein. Das Wort Schwierigkeiten ist für Opel gegenwärtig ein Fremdwort.

Mit einem Understatement, das einem Hanseaten zur Ehre gereichen würde, vermerkt der Amerikaner Waters: "Die Erholung (nach den Krisenjahren 1974/75) war ja speziell für Opel sehr deutlich, Lutz hätte das anders formuliert.

Immerhin hatte Opel 1976 das beste Jahr seiner Geschichte. 920 000 Fahrzeuge wurden produziert, vierzig Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Marktanteil in der Bundesrepublik nahm um mehr als zwei Punkte – also um ein Zehntel – auf über zwanzig Prozent zu. Und in ganz Westeuropa war fast jeder zehnte Pkw ein Opel (siehe Tabelle). Da es nun Opel – anders beispielsweise als VW – traditionell gelingt, den einfachen kaufmännischen Grundsatz zu befolgen, wonach dieGewinnentwicklung nicht hinter dem Umsatzwachstum zurückzubleiben hat, darf auch mit einem schönen Ertrag gerechnet werden.

Zwar sieht Waters trotz aller Erfolge auf mittlere Frist "keine Notwendigkeit, eine neue Opel-Fabrik zu bauen". Doch ist er sicher: "Auch 1977 wird, für uns, wieder ein sehr gutes Autojahr." Er glaubt, so gut wie das eben beendete. Die Auftragspolster, deren Dicke er kennt, aber – nach Art der Branche – nicht nennt, garantieren ihm zumindest einen glänzenden Auftakt.

Warum nun Opel 1976 den Wettbewerbern davonfuhr, will Waters – erst seit zehn Monaten im Amt – "gern sagen, weil ich nichts damit zu tun hatte".