Der Deutsche Fußballbund untersagt den Bundesliga vereinen, mehr als zwei ausländische Profis aufs Spielfeld zu schicken. Nach EG-Recht ist das unzulässige Diskriminierung.

In Demut wartet der 1. FC Köln auf das Urteil, das das Sportgericht des Deutschen Fußballbunds (DFB) demnächst fallen wird. Grund: Im Spiel gegen Eintracht Frankfurt hatte Trainer Hennes Weisweiler für den rheinischen Bundesligaverein drei nichtdeutsche Spieler ins Gefecht geschickt. Erlaubt aber sind vom mächtigen DFB höchstens zwei.

Eigentlich besteht für die Kölner Vereinsmanager kein rechtlicher Grund zur Zerknirschung. Denn im Grunde haben sie überhaupt nicht gegen die DFB-Statuten verstoßen. Zwar spielten gegen die Eintracht drei nichtdeutsche Kicker auf Kölner Seite. Aber zwei davon sind gar keine Ausländer: Sie sind Europäer, und nach dem EG-Recht sind alle Europäer innerhalb der Gemeinschaft wie Inländer zu behandeln – auch auf dem Fußballplatz, wie der Europäische Gerichtshof im vorigen Juli entschieden hat.

Erstritten wurde das Urteil des EG-Gerichtshofs von Italienern, Italienischen Vereinen war es bis darin verboten, Spieler aus dem Ausland zu beschäftigen. Was nun für italienische Vereine recht ist, muß für deutsche billig sein: Nach DFB-Statuten darf der Kölner FC zwar nur zwei Ausländer aus Nicht-EG-Ländern spielen lassen, nach EG-Recht könnte er aber ohne weiteres seine Elf mit beliebig vielen EG-Spielern auf den Rasen schicken.

Obwohl die Kölner Besetzung gegen die Eintracht Frankfurt also EG-konform war, läßt sich der DFB indes nicht beirren. Ein DFB-Sprecher kühl: "Wir halten am bisherigen Zustand fest." Der Deutsche Fußballbund glaubt nämlich, das europäische Recht mit einem fadenscheinigen Argument überlaufen zu können: Jeder Verein dürfe beliebig viele EG-Ausländer einstellen, Recht auf Arbat hätten aber immer nur jeweils zwei Kicker pro Spiel.

Die Bundesligavereine wiederum, obwohl nach dem EG-Urteil juristisch in günstiger Position, kuschen – nach bewährter Art, So auch Karl-Heinz Thielen, der Manager des 1. FC Köln: Er ist bereit, für das vermeintliche Unrecht zu sühnen. Schließlich bestimmt ja der DFB, wer in der Nationalmannschaft spielt, in welchem Stadion ein Länderspiel stattfindet. Der DFB signalisiert inzwischen Milde: Da Köln das "verbotene Spiel" null zu vier verloren habe, so verlautbarte er, sei dem Gegner Eintracht kein Schaden entstanden. Das Sportgericht kann sich also mit einer Verwarnung begnügen,

Wolfgang Hoffmann