Weil Frische und Qualität des Fleisches Grundlage einer guten Küche sind, kennt Ernst Samer seinen Geflügelbauern persönlich; seine ganze Aufmerksamkeit gehört dem eigenen Bauernhof, und wir fuhren in den Odenwald, um Bullen, Rinder und Kälber, Schafe und Lämmer zu betrachten. Wir hoben lebende Puten an den Flügeln hoch und schätzten ihr Gewicht, wir trugen Gänse im Arm und fühlten uns wie Hans im Glück.

Daneben blieb noch genügend Zeit zur Entspannung in Schwimmbad, Sauna oder Solarium des Hotels oder für Spaziergänge in einer Landschaft, wie Tomi Ungerer sie in seinem Liederbuch gezeichnet hat. Schließlich kann man sich in Grasellenbach auch erholen, ohne in der Küche zu stehen.

Und weil nun einmal zum Essen das Trinken gehört und der korrekt gedeckte Tisch, führte uns der Oberkellner in die Geheimnisse des schönen Tafelschmucks, der elegant gefalteten Servietten ein und gab uns Ratschläge, welche Weine zu welchen Gerichten zu trinken seien. Wir erfuhren, wann man Wein "lüften" soll und daß Bier auf Wein sehr gut sein kann, da es dank des Hopfens zur rechten Zeit "die Wasserwege öffnet".

Und dann saßen wir an der Tafel und ließen uns die Speisen münden. Wir erkannten manches wieder, an dem wir mitgewirkt hatten. Aber eigentlich gekocht haben wohl doch die Köche. Der Meister saß mit am Tisch, verriet kleine Tricks und trauerte ein wenig den Zeiten nach, da ein Lachs, im Rhein gefangen, selbst in Schweden als Delikatesse galt. Wir sind sicher keine perfekten Köche geworden, aber gelernt haben wir manches, was für das gute Kochen nützlich ist – und wir hatten Spaß. Auch Ernst Samer hat es offenbar gefallen: im nächsten Jahr will er Wieder ein Feinschmecker-Seminar veranstalten. Übrigens: zugenommen habe ich nicht.