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Doch Verteidigungsminister Georg Leber hat offensichtlich immer noch zu viel Geld, wie sich aus seinem Eintreten für das amerikanische Luft-Frühwarnsystem AWACS schließen läßt. Entgegen allen Warnungen aus dem eigenen Haus ist Leber offenbar nicht davon abzubringen, das System, das die Vorwarnzeit im Kriegsfall um einige Minuten verlängert, für die NATO zu kaufen.

Nach seinem jüngsten Amerika-Besuch sieht es ganz danach aus, als habe der Minister seinem US-Kollegen Harold Brown bereits ein deutsches OK signalisiert – und sich damit auf ein finanzielles Abenteuer eingelassen; Denn während bisher immer noch die von den Amerikanern lancierten Gesamtkosten in Höhe von rund sechs Milliarden Mark genannt werden, soll AWACS nach internen Berichten des Verteidigungsministeriums in Bonn sogar 12,5 Milliarden Mark kosten – was nach allen bisherigen Erfahrungen (siehe oben) immer noch zu wenig sein dürfte. Dementiert wurden diese Angaben der ZEIT (Nr. 12 vom 11. März) bis heute nicht.

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Beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in Köln ist jetzt aktenkundig geworden, was bisher nur mündlich versichert wurde: Siegfried Mann, früher Rüstungssekretär im Verteidigungsministerium und seit Jahresbeginn Geschäftsführer beim BDI, wird sich nicht mit Fragen des öffentlichen Auftragwesens und der Verteidigung beschäftigen. Per BDI-Hausmitteilung fällt dieses Ressort in die Zuständigkeit des Geschäftsführers Theodor Pieper, der auch den Kontakt zum rüstungswirtschaftlichen Arbeitskreis im Verteidigungsministerium hält. Interessen-Kolliäonen mit seinem früheren Dienstherrn sind für Siegfried Mann daher nun gänzlich ausgeschlossen – auf dem Papier.

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Hans-Helmuth Wüstenhagen, Vorsitzender des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz, wird möglicherweise auf die Realisierung eines Projektes verzichten müssen, für das er im vergangenen Jahr von Forschungsminister Hans Matthöfer rund 80 000 Mark bekommen hat. Wüstenhagen war mit seinem Umweltteam der Frage nachgegangen, wieweit die Bürger bereit seien, Energie zu sparen, um so auf den Ausbau umweltfeindlicher Energiespender (Kernkraftwerke) verzichten zu können. Matthöfer hatte für die Frage 1976 eine entsprechende Vorstudie finanziert.