War er das – der GAU, der vielbeschworene "größte anzunehmende Unfall" der Luftfahrt? Über 570 Menschen kamen nach dem Zusammenstoß zweier Jumbos auf Teneriffa im Flammenmeer ums Leben.

Erschrecken war die erste Reaktion: So viele Menschen, Ferienreisende zu Tode gekommen, nur achtzig überlebten. Unachtsamkeit der Piloten? Der, Lotsen im Tower? Ein Zusammentreffen von beidem?

Zweifeln war die zweite Regung. Brauchen wir die Düsenriesen überhaupt? Dürfen wir sie weiterfliegen lassen, wenn es zu solchen Katastrophen kommen kann? Die Risikorechner haben sich getäuscht, nach deren Wahrscheinlichkeitstafeln solch ein Unfall in Millionen Jahren nur einmal vorkommen soll.

Bieten wenige große Maschinen statt vieler kleiner in den ohnehin überfüllten Luftkorridoren doch mehr Sicherheit?

Am Ende bleibt die kalte Einsicht: Die Jumbos können doch nicht einfach verschrottet werden. Wir brauchen sie, trotz aller Schreckensfälle. So sehr uns schaudern mag ob der Erkenntnis: Leben ist nun einmal gefährlich. Es bleibt immer ein Restrisiko, beim Küchenhocker wie beim Jumbo-Jet.

Allerdings werden wir nach der Horrorkollision von Santa Cruz den Computerkünstlern ein wenig mehr Mißtrauen entgegenbringen müssen. Wenn schon ein Restrisiko bleibt, bei der Kernenergie zum Beispiel, so sollten wir es offenen Auges erkennen dürfen, nicht nur mit euphoriegetrübtem Zukunftsblick. D. T.