Hörenswert

Wolfgang Ecke: "Balduin Pfiff Nr. 2 – Spuk nach Mitternacht". Um null Uhr drei soll der angstschlotternde Anton Cäsar Brommel umgebracht werden – denkt er. Meisterdetektiv Pfiff löst souverän den Fall. In diesem Kriminalulk stimmt alles: ein schnurriges Buch mit knappen, witzigen Dialogen, ausgezeichnete Sprecher, eine Regie, die Komik und Gänsehaut ironisch vermischt. Hans-Jürgen Diedrich verhilft dem cleveren Balduin zu schnoddrigem Charme, der Produzent Ecke macht aus dem Hörspiel ungewohnt lässige, amüsante Unterhaltung. Eine Art "Short-Krimi" für Kinder, der ohne Angstmacherei und Brutalrequisiten auskommt. Ein Pfiff mit Pfiff. (WEA BUN 28532) Ute Blaich

Besser nicht

Bryan Ferry: "In Your Mind". Das originelle Roxy-Music-Konzept war eine Synthese aller möglichen Rock-’n’-Roll-Stile, vermischt mit delikaten Synthesizer-Arrangements, futuristischen Stimmungsbildern und düster-lyrischen Texten, in denen sadomasochistische Phantasien wie die von "In Every Dream Home A Heartache" eine wichtige Rolle spielten. Geblieben ist bei der neuesten Soloplatte von Roxy-Music-Cheftexter Bryan Ferry nur die Dekadenzpose des Propheten. Seine maliziösen Liebeslieder sind bar jeder Emotion, die Melodien und Texte ein undefinierbares Konglomerat von (Eigen-) Zitaten. Ein typisches Textbeispiel aus dem Titelsong des Albums: "And while you’re strollin’ through the summer of your years / Enchanted, a garden overgrown, don’t call me sentimental..." Musik für Andröiden, wie ein Kritiker boshaft und korrekt bemerkte. (Polydor 2344 060) Franz Schöler