Die Kritik in der SPD am neugewählten Juso-Vorsitzenden Klaus-Uwe Benneter wächst, obwohl der Juso-Vorstand im ersten Konflikt mit Geschäftsführer Bahr nachgab. Der Präsident des "Komitees für Frieden, Abrüstung und Zusammenarbeit", Pastor Niemöller, verwahrte sich gegen eine "Diffamierungskampagne". Benneter nimmt in einem Interview Sellung:

ZEIT: Sie machen Ihre Ankündigung nicht wahr, auf Grund deren Sie in Hamburg mitgewählt worden sind, an der Spitze einer Demonstration des "Komitees für Frieden, Abrüstung und Zusammenarbeit" zu marschieren. Jusos des anderen Flügels werfen Ihnen jetzt "verbandsschädigenden Opportunismus und Verbalradikalismus" vor. Haben sie nicht Grund dazu?

Benneter: Ich denke nicht, denn wir sind in Hamburg von der Voraussetzung ausgegangen, daß dieser Beschluß durchsetzbar ist. Wir haben hier auch Konfliktbereitschaft gezeigt. Nur haben wir auch die Aufgabe, die Gesamtinteressen des Verbandes zu wahren.

ZEIT: Muß man dann Ihre Kritik an Verteidigungsminister Leber so verstehen, daß Sie die "Konfliktbereitschaft" jetzt nur auf einen anderen Kriegsschauplatz verlagern wollen?

Benneter: Nein. Wir suchen keine neuen Kriegsschauplätze. Nur: Im Zusammenhang mit Fragen der Entspannungspolitik, der Friedenspolitik und der Abrüstung muß natürlich auch ein sozialdemokratischer Verteidigungsminister sich Kritik an seinem Sicherheitskonzept gefallen lassen. Die Äußerungen Lebers, etwa zum Vietnamkrieg und dessen Folgen für uns in Europa, halte ich für keinen Beitrag zur Unterstützung der von Willy Brandt eingeleiteten Entspannungsbemühungen.

ZEIT: Sie werfen der Regierung vor, daß sie sich als "Verteidiger und Vorkämpfer der kapitalistischen Wirtschaftsordnung" begreife. Was bindet Sie an die SPD?.

Benneter: Meine sozialdemokratische Grundeinstellung, die ich seit meinem Eintritt habe und die sich auf das Programm, auf die Tradition der Sozialdemokratischen Partei gründet.