Von Thomas von Randow

Der Name klingt wie aus der Vergangenheit hergeweht; Wernher von Braun, Raketeningenieur, Konstrukteur von Hitlers erfolglosen Wunderwaffen, nach dem Krieg von den Amerikanern ins eigene Land geholt, wo er einen Wunschtraum der Menschheit verwirklichte, die Reise zum Mond.

Damals im Sommer 1969, als zum erstenmal Erdenmenschen den Boden eines anderen Gestirns betraten und ihren Heimatplaneten als blaue Scheibe am Firmament wahrnahmen, war der Name des blonden Deutschen, der ein so hundertprozentiger Amerikaner geworden war, in aller Munde; Wernher von Braun, strahlender Raumfahrt-Siegfried, dynamisch, eloquent, ein großer Könner nicht nur auf technischem Gebiet – nichts fehlte ihm, was zu einem Idol gehört.

Er vermochte diesen Sprung ins All zu inszenieren, weil es ihm gelungen war, den Präsidenten seines neuen Vaterlandes zu verführen und damit die Sowjetunion zu zwingen, viele Milliarden öffentlicher Gelder in eine technologische Olympiade zu stecken.

Aber wie immer nach einem Wettkampf verblaßte auch diesmal die Sensation rasch. Was man für aufregend, für wichtig, ja, geradezu für unabdingbar gehalten hatte – nachdem das Rennen gelaufen war, schien es nicht mehr wesentlich zu sein.

Unter der Last globaler Sorgen versank das extraterrestrische Abenteuer in Vergessenheit; und mit ihm auch Wernher von Braun. Daraus möchte ihn sein Freund Erik Bergaust wieder emporheben, in seinem Buch

"Wernher von Braun – Ein unglaubliches Leben", Econ Verlag, Düsseldorf 1976; 637 S., 38,– DM.