Gespräch mit dem Autor: "Midlife Crisis – Die Krise in der Mitte des Lebens

Als auch in einem Massenblatt, dessen Reporter schon "Achtung Fremdwort!"-Hemmungen haben, wenn sie eine Vokabel wie "Ingenieur" in die Maschine tippen, ganz selbstverständlich, nämlich unkommentiert und ohne Erklärungsfloskeln, über die "midlife crisis" geschrieben wurde, "ja", meint Hermann Schreiber, "da war dieses Wort dann durch". Vor einem Jahr noch war es ein Terminus technicus unter amerikanischen Psychologen. Heute kennt’s so ziemlich jedermann; und wo und wann immer von der "midlife crisis" geredet wird, da wird prompt gestritten.

Hermann Schreiber, Spiegel-Reporter, hat das brisante Wort zunächst in einer Titelgeschichte des Nachrichtenmagazins und nun mit seinem Buch, in geballter Ladung gleichsam, unter die Leute gebracht: "Midlife Crisis. Die Krise in der Mitte des Lebens" (C. Bertelsmann Verlag, 255 Seiten, 29,80 Mark). Ein Bestseller ist’s, einer der zum Nachfragen und Nachhaken verleitet.

ZEIT: Hermann Schreiber, wie alt sind Sie?

H. S.: 47. Und um gleich das Ziel Ihrer Frage zu beantworten: Natürlich bin ich selbst von der "midlife crisis" betroffen. Ich stieß auf das Wort und das Thema, als ich, einer ganz anderen Sache wegen, in Amerika recherchierte. Daß ich darauf ansprang, lag in der Tat in der eigenen Betroffenheit – das ist dein Thema, nicht nur im reporterhandwerklichen, auch im autobiographischen Sinn.

ZEIT: Für Leute, die Ihr Buch noch nicht gelesen haben – worum geht’s?

H. S.: Die Krise in der Mitte des Lebens ist eine Identitätskrise. Beinahe jeder, meine ich, macht sie durch, Mann wie Frau, jeder freilich auf seine spezifische Weise.